Spurensuche Nationalsozialismus

Unser Konzept

Spurensuche Nationalsozialismus

Viele Jugendliche haben vom Thema Nationalsozialismus die Nase langsam voll. Oft wird gesagt: Jeder junge Mensch sollte einmal ein ehemaliges Konzentrationslager besucht haben. Sollen sie uns denn immer wieder bestätigen, wie schrecklich alles war, und dass das alles nie wieder passieren darf? Das ist für die meisten inzwischen wirklich klar! Also, was soll beispielsweise eine Fahrt nach Auschwitz?

Wir haben dafür einige gute Gründe. Filme und Bücher zuhaus und in der Schule sind immer nur ein Behelf. Sich wirklich in einem ehemaligen Lager zu bewegen, ist einfach etwas anderes. Es ist plötzlich da – zum Greifen nah. Wir können uns einfach besser „hineindenken“. Und wir haben die Zeit, uns mal richtig intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Da kommen dann Fragen auf, die uns auch heute noch betreffen: „Wie hätte ich mich verhalten als junger Deutscher 1940?“ „Hätte ich Mut zum Widerstand gehabt?“ „Wie kam es eigentlich zu solch gewaltigen Verbrechen?“ „Wurden die Deutschen von einer kleinen Verbrecherbande verführt?“ Oder: „Wieviel Fähigkeit zum Bösen steckt im Menschen an sich?“ „Also auch in mir selber?“

Unsere Spurensuche Nationalsozialismus zeichnet sich durch einige Merkmale als ein besonderer Beitrag zur politischen Bildung aus:

  • Lernen am authentischen Ort
  • vom Thema buchstäblich berührt sein
  • Raus aus der abstrakten Lernwelt von Büchern, Tischen und Stühlen
  • etwas selber entdecken können
  • das Gruppenerlebnis mit einem wichtigen Thema verbinden
  • einmal etwas intensiver als üblich an die Sache herangehen
  • Verbindungen zwischen dem Lernort und der eigenen Umwelt schaffen.

Unsere Seminarorte

Auschwitz

Auschwitz ist der bekannteste Ort der Ermordung europäischer Juden. Auschwitz ist aber auch das Symbol des Holocaust schlechthin. Diese Doppelrolle überfrachtet den Ort ein wenig. Dabei gibt es kaum eine Gedenkstätte dieser Art, an der so viel Originales zu sehen und zu fassen ist.

Uns geht es darum, wie ein solches verbrecherisches System funktionierte und welche Menschen die Verbrechen begingen. Diese Frage ist in Auschwitz nicht nur spekulativ zu beantworten. In den zahlreichen original erhaltenen Dokumenten, in Gesprächen mit Zeitzeugen und mit Wissenschaftlern lassen sich diese Fragen in Auschwitz wie an kaum einem anderen Ort bearbeiten.

Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten im deutschen Reichsgebiet. Viele deutsche – darunter etliche politische Häftlinge – und im Verlauf des 2. Weltkrieges immer mehr ausländische Häftlinge waren hier inhaftiert.

Nach 1945 war Buchenwald bis 1950 ein sowjetisches Internierungslager – gedacht in erster Linie für ehemalige Nazis, faktisch aber auch für Gegner des sowjetischen Systems.
Zur DDR-Zeit hatte Buchenwald eine große nationale Bedeutung als antifaschistischer Symbolort.
An alle drei Epochen erinnern in Buchenwald spezielle Ausstellungen.

Theresienstadt

Theresienstadt / Terezín wurde in den vergangenen Jahren als Lernort erschlossen und bietet nun weitreichende Möglichkeiten. Theresienstadt diente den Nationalsozialisten als Vorzeigeghetto, um die Weltöffentlichkeit über die Wahrheit der Vertreibung und der folgenden Vernichtung der europäischen Juden zu täuschen. Wie funktionierte ein solches Ghetto? Wie richteten sich die Verschleppten dort ein? Dass es nicht nur um das materielle Überleben ging, bezeugen die weltbekannten Kinderzeichnungen aus dem Theresienstädter Ghetto. An kaum einem vergleichbaren Ort finden wir eine solche Vielzahl von persönlichen Zeugnissen der Opfer. Das Individuum wird in der unzähligen Masse wieder sichtbar.

Majdanek und Bełżec

Die Gedenkstätte Majdanek in Lublin ist trotz großer Ähnlichkeit, der Kombination aus Konzentrationslager und Vernichtungsstätte, weniger bekannt als Auschwitz. Sie bietet daher für Studienaufenthalte gute Gestaltungsmöglichkeiten und mehr terminliche Möglichkeiten.
Das Konzentrationslager Lublin war sowohl ein Instrument deutscher Polenpolitik als auch ein Vernichtungsort für die Juden im Generalgouvernement. Der Vernichtungsort Bełżec, hier wurde 2004 eine Nebenstelle der Gedenkstätte Majdanek eröffnet, ist Bestandteil des Programms.

Wie funktionierte ein solches verbrecherisches System und welche Menschen begingen die Verbrechen? In Lublin ermöglichen zahlreiche Original-Dokumente und daraus zusammengestellte Arbeitsmaterialien die Bearbeitung dieser Fragen. Gespräche mit Zeitzeugen ergänzen den Blick auf die Geschichte in unvergleichlicher Weise.
Das Programm führt auch in die Stadt Lublin mit ihrer faszinierenden Geschichte.

Was leistet das IBB?

Keine Schulfahrt oder Studienfahrt ist wie die andere. Im ersten Vorgespräch werden Anknüpfungspunkte der geplanten Schulfahrt/ Gruppenfahrt beschrieben:

  • an den Fachunterricht
  • an das Schulprofil oder Organisationsprofil
  • an Aktivitäten der Schule/ der Gruppe im Rahmen der örtlichen Erinnerungskultur
  • an besondere Interessen der Jugendlichen oder herausfordernde Ereignisse im schulischen/ privaten Umfeld (Mobbing, Gewalt, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit …)

Ausgehend davon wird gemeinsam die Zielsetzung der Studienfahrt und ein roter Fadens für den Verlauf des mehrtägigen Programms gefunden. Der Programmvorschlag wird dann gemeinsam möglichst mit den Jugendlichen verfeinert.
Während der Fahrt arbeiten die Begleitpersonen mit dem oder den MitarbeiterInnen des IBB im Leitungsteam zusammen. Dies ermöglicht eine Arbeitsteilung bei der die beteiligten LehrerInnen oder GruppenleiterInnen nicht mit dem Lernort vertraut sein müssen.

Und mehr:

Das IBB berät bei der Vor- und Nachbereitung der Gruppe möglichst unter Einbeziehung örtlicher NS-Gedenkstätten sowie einer Dokumentation.
Das IBB unterstützt und berät die Schule/ die Gruppe bei der Beantragung von Zuschüssen und Einwerbung von Drittmitteln (Sponsoren).
Bei Reisen nach Polen gestaltet einer der Studienreiseleiter einen zusätzlichen Vorbereitungstag:

  • Themenzentriertes Kennenlernen,
  • Einordnung der jeweiligen polnischen Gedenkstätte in den historischen Kontext,
  • Erwartungen und Befürchtungen an die Schulfahrt,
  • Einführung in Sprache und Landeskunde sowie Klärung organisatorischer Aspekte der Reise.

Unser Angebot für Sie

Sie möchten mit Ihrer Gruppe auf „Spurensuche Nationalsozialismus“ gehen? Wir arbeiten häufig über viele Jahre mit festen Kooperationspartnern zusammen. Durch unsere Erfahrung und Kompetenz entlasten wir Pädagogen von aufwändigen Organisationsaufgaben. Auch große Gruppen sind für uns kein Problem. So haben wir schon mehrfach für ganze Jahrgangsstufen anspruchsvolle und differenzierte Gedenkstättenprogramme organisiert und begleitet. Gern machen wir auch Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot. Nehmen Sie doch einfach unverbindlich Kontakt mit uns auf.

Kontakte

Für Gedenkstättenprogramme in Auschwitz / Theresienstadt:
Bartholomäus Fujak
fujak@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 39
Agata Grzenia
grzenia@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 27
Für Gedenkstättenprogramme in Buchenwald:

Heiko Hamer
hamer@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 14