Spurensuche Nationalsozialismus

Unser Konzept

Spurensuche Nationalsozialismus

Spurensuche Nationalsozialismus – Gedenkstättenfahrten

Im Januar 2020 gedachte die ganze Welt der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee vor 75 Jahren. Mit wachsendem zeitlichem Abstand wächst auch die Distanz der Schülerinnen und Schüler zu dem Thema.

Warum veranstaltet das IBB heute noch Gedenkstättenfahrten? Filme und Bücher zuhause und in der Schule sind immer nur ein Behelf. Sich wirklich in einem ehemaligen Lager zu bewegen, ist einfach etwas anderes. Es ist plötzlich da – zum Greifen nah. Und wir haben die Zeit, uns mal richtig intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Da kommen dann Fragen auf, die uns auch heute noch betreffen: „Wie konnten diese Verbrechen geschehen?“ „Was ging in den Tätern vor?“ „Wie fanden die Opfer die Kraft, zu überleben?“ Und vor allem: „Wie können wir rechtsextreme Tendenzen heute wahrnehmen und ihnen entgegenwirken?“

Eine Gedenkstättenfahrt mit dem IBB e.V. bietet:

  • Lernen am authentischen Ort
  • vom Thema buchstäblich berührt sein
  • Raus aus der abstrakten Lernwelt von Büchern, Tischen und Stühlen
  • etwas selber entdecken können
  • das Gruppenerlebnis mit einem wichtigen Thema verbinden
  • einmal etwas intensiver als üblich an die Sache herangehen
  • Verbindungen zwischen dem Lernort und der eigenen Umwelt schaffen

Zusätzlich zur Arbeit an den Gedenkstätten laden wir ein, weitere Bildungs- und Kulturangebote der jeweiligen Region zu nutzen.

Unsere Seminarorte

Auschwitz

Auschwitz ist der bekannteste Ort der Ermordung europäischer Juden. Auschwitz ist aber auch das Symbol des Holocaust schlechthin. Diese Doppelrolle überfrachtet den Ort ein wenig. Dabei gibt es kaum eine Gedenkstätte dieser Art, an der so viel Originales zu sehen und zu fassen ist.

Uns geht es darum, wie ein solches verbrecherisches System funktionierte und welche Menschen die Verbrechen begingen. Diese Frage ist in Auschwitz nicht nur spekulativ zu beantworten. In den zahlreichen original erhaltenen Dokumenten, in Gesprächen mit Zeitzeugen und mit Wissenschaftlern lassen sich diese Fragen in Auschwitz wie an kaum einem anderen Ort bearbeiten.

Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten im deutschen Reichsgebiet. Viele deutsche – u.a. politische Häftlinge – und später immer mehr ausländische Häftlinge waren hier inhaftiert.
Nach 1945 war Buchenwald bis 1950 ein sowjetisches Internierungslager –für ehemalige Nazis, aber auch für Gegner des sowjetischen Systems.
Zur DDR-Zeit hatte Buchenwald eine große nationale Bedeutung als antifaschistischer Symbolort.
In Buchenwald kann intensiv zu verschiedenen Schwerpunkten gearbeitet werden. Das Zwangsarbeitssystem des Nationalsozialismus, das Scheitern der Demokratie in der Weimarer Republik sowie die Frage nach Erinnerungskultur in West und Ost sind in der Gedenkstätte und der Stadt Weimar gut aufgearbeitet.

Neuengamme

Im KZ Neuengamme in Hamburg wurden vor allem ausländische Häftlinge gefangen gehalten. Sie wurden zu Zwangsarbeit gezwungen, und der gefürchtete SS-Arzt Kurt Heißmeyer führte hier seine Experimente an Kindern durch. Hieran wird nicht nur in Neuengamme, sondern auch an anderen Orten des Gedenkens in Hamburg erinnert. Sie alle können im Rahmen einer Gedenkstättenfahrt besucht werden.

Insgesamt ergibt sich ein ebenso eindringliches Bild der Medizinverbrechen im Nationalsozialismus, von Menschenexperimenten bis hin zur Systematik der „Euthanasie“ sowie der Ausbeutung durch Arbeit.

Theresienstadt

Theresienstadt / Terezín wurde in den vergangenen Jahren als Lernort erschlossen und bietet nun weitreichende Möglichkeiten. Theresienstadt diente den Nationalsozialisten als Vorzeigeghetto, um die Weltöffentlichkeit über die Wahrheit der Vertreibung und der folgenden Vernichtung der europäischen Juden zu täuschen. Wie funktionierte ein solches Ghetto? Wie richteten sich die Verschleppten dort ein? Dass es nicht nur um das materielle Überleben ging, bezeugen die weltbekannten Kinderzeichnungen aus dem Theresienstädter Ghetto. An kaum einem vergleichbaren Ort finden wir eine solche Vielzahl von persönlichen Zeugnissen der Opfer. Das Individuum wird in der unzähligen Masse wieder sichtbar.

Majdanek und Bełżec

Die Gedenkstätte Majdanek in Lublin ist trotz großer Ähnlichkeit, der Kombination aus Konzentrationslager und Vernichtungsstätte, weniger bekannt als Auschwitz. Sie bietet daher für Studienaufenthalte gute Gestaltungsmöglichkeiten und mehr terminliche Möglichkeiten.
Das Konzentrationslager Lublin war sowohl ein Instrument deutscher Polenpolitik als auch ein Vernichtungsort für die Juden im Generalgouvernement. Der Vernichtungsort Bełżec, hier wurde 2004 eine Nebenstelle der Gedenkstätte Majdanek eröffnet, ist Bestandteil des Programms.

Wie funktionierte ein solches verbrecherisches System und welche Menschen begingen die Verbrechen? In Lublin ermöglichen zahlreiche Original-Dokumente und daraus zusammengestellte Arbeitsmaterialien die Bearbeitung dieser Fragen. Gespräche mit Zeitzeugen ergänzen den Blick auf die Geschichte in unvergleichlicher Weise.
Das Programm führt auch in die Stadt Lublin mit ihrer faszinierenden Geschichte.

Eindrücke von einer Fortbildung an diesen Orten lesen Sie hier.

Was leisten wir?

Keine Studienfahrt ist wie die andere. Im ersten Vorgespräch werden Anknüpfungspunkte der geplanten Veranstaltung beschrieben:

  • an den Fachunterricht
  • an das Schulprofil oder Gruppenprofil
  • an Aktivitäten der Schule/ der Gruppe im Rahmen der örtlichen Erinnerungskultur
  • an besondere Interessen der Jugendlichen oder herausfordernde Ereignisse im schulischen/ privaten Umfeld (Mobbing, Gewalt, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit …)
  • angepasste Methoden aus unserem Portfolio
  • Bei Reisen nach Polen gestaltet das IBB einen zusätzlichen Vorbereitungstag, bei Reisen innerhalb Deutschlands einen halben Tag

Ausgehend davon wird gemeinsam die Zielsetzung der Studienfahrt und ein roter Faden für den Verlauf des mehrtägigen Programms gefunden. Während der Fahrt arbeiten die Begleitpersonen der Gruppe mit MitarbeiterInnen des IBB im Leitungsteam zusammen. Dies ermöglicht eine Arbeitsteilung bei der die beteiligten LehrerInnen oder GruppenleiterInnen nicht mit dem Lernort vertraut sein müssen.

Das IBB berät bei der Vor- und Nachbereitung der Gruppe möglichst unter Einbeziehung örtlicher NS-Gedenkstätten sowie einer Dokumentation. Das IBB  unterstützt die Schule/ die Gruppe bei der Beantragung von Zuschüssen und bei der Einwerbung von Drittmitteln (Sponsoren). Nach Absprache werden vom IBB e.V. Fördermittel beantragt.

Wir organisieren:

  • Hin- und Rückreise mit Charterbus, Linienbus oder Eisenbahn bzw. Flug
  • Alle notwendigen Transfers vor Ort
  • Unterkunft (Jugendliche in Mehrbettzimmern, schulische Begleitpersonen in Doppel- oder Einzelzimmern)
  • Halb- oder Vollpension am Zielort nach Absprache
  • Programm mit allen notwendigen Eintrittskarten, Führungen und Honoraren
  • Haftpflicht-/ Unfallversicherung
  • Bei Reisen ins Ausland zusätzlich Auslandsreisekrankenversicherung
  • Gesetzlich vorgeschriebene Reisepreissicherung

Unser Angebot für Sie

Sie möchten mit Ihrer Gruppe auf „Spurensuche Nationalsozialismus“ gehen? Wir arbeiten häufig über viele Jahre mit festen Kooperationspartnern zusammen. Durch unsere Erfahrung und Kompetenz entlasten wir Pädagogen von aufwändigen Organisationsaufgaben. Auch große Gruppen sind für uns kein Problem. So haben wir schon mehrfach für ganze Jahrgangsstufen anspruchsvolle und differenzierte Gedenkstättenprogramme organisiert und begleitet. Gern machen wir auch Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot. Nehmen Sie doch einfach unverbindlich Kontakt mit uns auf.

Kontakte

Für Gedenkstättenprogramme in Polen/ Tschechien:
Bartholomäus Fujak
fujak@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 39
Agata Grzenia
grzenia@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 27
Für Gedenkstättenprogramme in Buchenwald und andere Orte in Deutschland:

Jocelyne Jakob
jakob@ibb-d.de
+49-231-95 20 96 13