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Papst Franziskus betet für Betroffene von Tschernobyl- „Ich stehe Euch bei“

Papst Franziskus betet für Betroffene von Tschernobyl- „Ich stehe Euch bei“

Papst Franziskus hat in seiner Generalaudienz in Rom am Mittwoch, 20. April 2016, einen besonderen Gruß an Liquidatoren aus der Ukraine und Belarus und Vertreter der europäischen Solidaritätsbewegung gerichtet: „Wir erneuern unsere Gebete für die Opfer dieses Unglücks und drücken den Helfern unsere Anerkennung aus und allen Initiativen, die versucht haben, die Leiden und die Schäden zu lindern.“

Anatolij Gubarev, Liquidator aus der Ukraine und Vorsitzender des Liquidatorenverbandes Sojus Tschernobyl in Charkiw, hatte die Gelegenheit, Papst Franziskus persönlich begrüßen zu dürfen. Foto: L'Ossovatore Romano

Anatolij Gubarev, Liquidator aus der Ukraine und Vorsitzender des Liquidatorenverbandes Sojus Tschernobyl in Charkiw, durfte Papst Franziskus persönlich begrüßen.

Mikhail Obrazou, Liquidator aus Belarus, überreichte Papst Franziskus eine Karte der verstrahlten Regionen in Belarus. Foto: L'Ossovatore Romano

Mikhail Obrazou, Liquidator aus Belarus, überreichte Papst Franziskus eine Karte der verstrahlten Regionen in Belarus. Alle Fotos auf dieser Seite: L’Ossovatore Romano

Anlass für die Pilgerreise im Rahmen der Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ ist der 30. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April 2016. Papst Franziskus begrüßte die Delegation – angeführt vom römisch-katholischen Erzbischof von Lwiw (Ukraine), Mieczyslaw Mokrzycki, und vom römisch-katholischen Erzbischof von Minsk und Mogiljow (Belarus), Tadeusz Kondrusiewicz, in seiner Ansprache auf dem Petersplatz. „Ich stehe Euch bei.“

Das Foto zeigt Papst Franziskus, wie er der Gruppe zum Abschied zuwinkt.

Für die Delegation aus der Ukraine nahm sich Papst Franziskus nach der Generalaudienz Zeit. Zwei Liquidatoren begrüßte Papst Franziskus persönlich (siehe Fotos oben)

Zur Papstaudienz sind mehr als 20 Liquidatoren gereist, die sich in ihrer Heimat als Leiter von Tschernobyl-Verbänden sowie als einfache Aktivisten für die sozialen und medizinischen Belange der an den Strahlenfolgen leidenden Tschernobyl-Betroffenen einsetzen. Begleitet werden sie von Vertretern der ukrainischen und belarussischen Kirche, der europäischen Tschernobyl-Solidaritätsbewegung aus Deutschland und Italien und vom IBB Dortmund, das die Aktivitäten koordiniert. Die Delegation vertritt damit mehrere Hunderttausend Tschernobyl-Betroffene und die Tschernobyl-Solidaritäts-Bewegung, die Anfang der 1990er Jahre entstanden ist.

„Wir sind froh und dankbar, dass Papst Franziskus den Blick der Welt auf die Katastrophe von Tschernobyl und auf die vielen, bis heute Betroffenen gelenkt hat, denn diese Katastrophe ist auch 30 Jahre später noch lange nicht vorbei“, sagte Anatolij Gubarev, Vorsitzender des Liquidatorenverbandes Charkiw (Ukraine) in Rom. „Viele Generationen nach uns werden sich noch mit den Folgen dieser Tragödie beschäftigen müssen.“

Die Generalaudienz steht hier als Mitschnitt zur Verfügung.

Die Pilgerreise haben die Kirchen in der Ukraine und Belarus in Kooperation mit dem IBB Dortmund und der Geschichtswerkstatt Tschernobyl in Charkiw initiiert. An der Pilgerreise beteiligen sich rund 60 Personen, unter ihnen die Umweltbeauftragten der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine Volodymyr Sheremeta und Volodymyr Misterman, Pavlo Shvarts als Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine, Joachim Sauer, Projektmanager der katholischen Stiftung Renovabis, Ljubov Negatina, Leiterin der weltweit ersten Geschichtswerkstatt Tschernobyl in Charkiw (Ukraine), und weitere Vertreter des IBB Dortmund. Dr. Astrid Sahm, die die Ukraine-Arbeit des IBB Dortmund koordiniert, sagte: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Kirchen in Belarus und der Ukraine die Leistungen der Liquidatoren würdigen und ihre Solidarität mit allen Betroffenen bekunden. Wir hoffen außerdem, dass das Thema Tschernobyl eine neue Bedeutung für die praktische Umweltarbeit der Kirchen gewinnt.“

„Die Würdigung durch den Papst ist ein wohltuendes Zeichen der Anerkennung für die Liquidatoren und für uns eine Ermutigung, weiterzumachen mit unserer Arbeit für ein Lernen aus der Geschichte“, sagte Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund. „Wir brauchen die Energiewende in ganz Europa.“

Nach der Papstaudienz nahm die gesamte Delegation an einem ökumenischen Fürbitte-Gottesdienst in der Kapelle St. Maria Maggiore teil.

Finanziell gefördert und ermöglicht wird die Reise durch Renovabis, das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland.

Das Event zum Nachlesen und Nachhören: 

Die Papstaudienz wurde ab 9.50 Uhr per Livestream übertragen – hier ist nun der Mitschnitt verlinkt.

Einen Podcast der Papst-Worte hat Radio Vatikan online gestellt. Die Begrüßung der Pilgergruppe aus der Ukraine und Belarus beginnt bei Minute 17:20.

Radio Vatikan hat zudem mehrere redaktionelle Beiträge verfasst in deutscher Sprache, englischer Sprache und ukrainischer Sprache (jeweils mit unterschiedlichen Inhalten).

Informationen für Medien: 

Die Presseinformation finden Sie hier.

Das Gruppenfoto in druckfähiger Auflösung finden Sie hier,

das zweite Gruppenbild steht hier,

das Foto mit Anatolij Gubarev steht hier und

das Foto mit Mikhail Obrazou hier zum Download zur Verfügung.

(Copyright: IBB Dortmund – L’Osservatore Romano – Nachdruck honorarfrei im redaktionellen Zusammenhang mit dem Anlass der Aufnahme mit Nennung der Quelle).