Die IBB „Johannes Rau“ in Minsk

Bildungszentrum und ein Ort des Dialogs

Die IBB „Johannes Rau“ in Minsk

Die IBB „Johannes Rau“ Minsk hat sich in den zwanzig Jahren ihres Bestehens zu einem wunderbaren und in seiner Art einzigartigen Ort in Belarus entwickelt: Die IBB Minsk ist heute ein Ort der Versöhnung, an dem die schrecklichen Wunden der jüngsten Vergangenheit heilen können. Sie ist zu einem Haus der Begegnung geworden, in das Menschen gerne kommen und wiederkommen, ein Haus, in dem aus Fremden Freunde werden.

Matthias C. Tümpel
Vorstandsvorsitzender IBB Dortmund

Sie ist ein Haus, in dem die verschiedensten Menschen mit ihren Gedanken, Empfindungen und Meinungen zu Wort kommen und einander respektvoll zuhören. Und sie ist zu einem Ort geworden, an dem man sich mit Wissen und Erfahrung bereichern kann. Aus der Idee eines gemeinsamen Hauses ist in diesen zwanzig Jahren ein Haus der gemeinsamen Projekte geworden.

Diese Aufgabe der IBB Minsk – ein Ort der menschlichen Verständigung, des gesellschaftlichen Dialogs und des Austausches in Europa zu sein – ist heute ebenso aktuell und wichtig wie vor 20 Jahren.

Eine Botschaft Europas in Belarus

Viele Gäste und Partner aus dem In- und Ausland haben die IBB im Laufe der Jahre als einen Ort schätzen gelernt, an dem man sich bilden, begegnen und zu zahlreichen Themen austauschen kann. Hierzu trägt nicht zuletzt die vorhandene Infrastruktur bei, wie professionell ausgestattete Seminar- und Konferenzräume, Hotelzimmer europäischen Standards und das Restaurant „Westfalia“ mit internationaler Küche, die eine erfolgreiche Durchführung von vielfältigen Veranstaltungen erlauben.

Auch als Wirtschaftsunternehmen konnte sich die IBB Minsk immer mehr etablieren. Zahlreiche Organisationen und Institutionen, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Österreichische Handelsvertretung, die Rechts- und Konsularabteilung der deutschen Botschaft in Belarus und der Deutsch-Belarussische Wirtschaftsclub e.V. haben hier ihre Büroräume gemietet und organisieren verschiedene Konferenzen und Seminare in den Räumlichkeiten der IBB „Johannes Rau“ Minsk. Insgesamt dürfte somit in Minsk kaum ein weiterer Ort zu finden sein, an dem die Fäden der internationalen Zusammenarbeit so dicht zusammenlaufen wie in der IBB „Johannes Rau“ Minsk.

Programme und Schwerpunkte unserer Arbeit

Medienakademie

2001 erweiterte sich das Bildungsangebot der IBB „Johannes Rau“Minsk mit der Einrichtung einer Medienakademie um einen wichtigen Baustein: Hier finden regelmäßig methodische Weiterqualifikationen statt, die belarussische Journalistinnen und Journalisten mit den europäischen Standards, Arbeitsweisen und Entwicklungen in der modernen Medienlandschaft vertraut machen.

Interviewtechnik, Internetrecherchen, Zeitungsmarketing, Multimedia-Reportage u.v.m. stehen auf dem Programm.

Interkonfessioneller Dialog

Belarus ist ein Land mit vielen unterschiedlichen Konfessionen. Es gehört zum Grundverständnis der Bildungs- und Versöhnungsarbeit der IBB, den Dialog und die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen zu fördern und so potentiellen Abgrenzungen und Konflikten zuvorzukommen.

Seit 1997 ist die IBB „Johannes Rau“ Minsk zum sichtbaren und symbolischen Ort dieses fruchtbaren ökumenischen Dialogs geworden.

Mensch und Umwelt

Die IBB „Johannes Rau“ Minsk sieht es seit ihrem Beginn als Aufgabe, zukunftweisende Konzepte und Modelle zu entwickeln und gesellschaftlich zu vermitteln, die eine Antwort auf die drängenden Probleme unserer Zeit geben.

Mit ihrer ökologischen Bildungsarbeit will die IBB einen Beitrag zu der wichtigsten Herausforderung leisten, vor der die Menschheit im 21. Jahrhunderts steht: die Schöpfung zu bewahren.

Angesichts der verheerenden Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die Belarus wie kein zweites Land getroffen hat, arbeitet die IBB Minsk daher seit 20 Jahren konsequent an der Umsetzung der Idee einer nachhaltigen Entwicklung, des Einsatzes von Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz, der Förderung der Umwelterziehung, des Nachhaltigkeitsgedankens und der Lokalen Agenda.

Das Team der IBB „Johannes Rau“ in Minsk

Direktoren und Mitarbeiter

Die IBB „Johannes Rau“ in Minsk wird durch ein belarussisch-deutsches Direktorenteam geleitet. Belarussischer Direktor seit 2000 ist Dr. Viktor Balakirew, deutsche Direktorin (seit März 2016 zunächst kommissarisch) ist Sabrina Bobowski.

Frühere belarussische Direktoren:
1998 – 1999 Vjatscheslav Reut
1995 – 1997 Prof. Pjotr Nikitenko
1994 – 1995 Prof. Anatolij Michajlov
1991 – 1994 Oleg Bogun

Frühere deutsche Direktoren:
2015-2016 Patrick Döpfner
2012-2015 Olga Rensch
2007 – 2011 Dr. Astrid Sahm
1995 – 2006 Dr. Klaus Baier
1994 – 1995 Peter Junge-Wentrup

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Gesellschafter und Kuratoren

Als Sputnik Minsk und das IBB Dortmund am 31. März 1991 den Gründungsvertrag unterzeichneten, entstand das erste gemeinnützige belarussisch-deutsche Joint Venture im Land. Das Statut, das bis heute seine Gültigkeit hat, fühlt sich in allem den Grundsätzen einer gleichberechtigten Partnerschaft verpflichtet: Alle Entscheidungen werden von den drei belarussischen Teilhabern (Stadt Minsk, Sputnik und Belarus Bank) sowie von der IBB gGmbH Dortmund gemeinsam getroffen. 2006 wurde die IBB Minsk auf Anregung von Christina Rau, der Witwe des verstorbenen früheren deutschen Bundespräsidenten umbenannt in IBB „Johannes Rau“ Minsk.

Unsere Kuratoren finden Sie hier.

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Prominente Förderer und Partner

Die IBB „Johannes Rau“ Minsk arbeitet seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen mit vielen Förderern und Partnern wie dem Auswärtigen Amt, der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Minsk, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Europäischen Kommission und den Evangelischen Landeskirchen von Westfalen und Hessen-Nassau.

Darüber hinaus werden wir von vielen Partnern unterstützt.

Unser aktuelles Bildungsprogramm 2016

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IBB-Hotel, Restaurant Westfalia und Konferenzzentrum

Erste Bildungsstätte mit Umweltmanagement

Ökologisches Handeln fängt im Kopf an: Unter diesem Motto stand bereits die architektonische Planung beim Bau der IBB Minsk „Johannes Rau“, die schon vor zwanzig Jahren die damals modernsten ökologischen Standards berücksichtigte.

Inzwischen hat sich die IBB Minsk in vielen Bereichen zu einem  ökologischen Modellgebäude entwickelt: Die IBB ist seit langem mit einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung ausgestattet und praktiziert seit 2008 als erste Bildungseinrichtung in Belarus ein Umweltmanagement, das vom belarussischen Umweltministerium zertifiziert und von deutschen bzw. belarussischen Umweltverbänden mit dem Label „Grüner Hahn“ bzw. „Weißer Storch“ ausgezeichnet wurde.

Auf diese Weise konnte der Energieverbrauch des Hauses deutlich gesenkt werden, getrennte Abfallsammlung und andere Maßnahmen helfen die natürlichen Ressourcen zu schonen. Das neue Umweltmanagementsystem wird nicht nur der interessierten Öffentlichkeit und Umweltorganisationen vorgestellt, sondern es werden auch neue Projekte zur Aufklärungsarbeit und Weiterverbreitung initiiert. 2014 findet zum Beispiel auf Anregung der IBB in allen katholischen Diözesen von Belarus eine Seminarreihe statt, in der Gemeinden und Geistliche die Prinzipien umweltgerechten Handelns und Umweltmanagementsysteme sowie innovative Technologien zur Energieeinsparung und Ressourcenschonung kennenlernen.

Drei-Sterne-Hotel mit besonderer Atmosphäre

Viele Gäste und Partner aus dem In- und Ausland haben die IBB im Laufe der Jahre als einen Ort schätzen gelernt, an dem man sich treffen und begegnen, bilden, weiterbilden und Neues lernen kann. Hierzu trägt nicht zuletzt die vorhandene Infrastruktur bei, wie professionell ausgestattete Seminar- und Konferenzräume, Hotelzimmer europäischen Standards und das Restaurant „Westfalia“ mit internationaler Küche.

Am meisten fasziniert die Gäste wohl die von Malevitsch und seinem Konstruktivismus inspirierte außergewöhnliche Architektur des Hauses, sei es das dreieckige Restaurant mit seinem hohen Saal, sei es die Geborgenheit des runden Konferenzsaales oder sei es die langgestreckte Glasgalerie des Hotelkorridors, den man vom Zimmer aus entlangflaniert.

In der IBB Minsk verbindet sich der Geist des Kreativen und der kulturellen Tradition mit den modernen Herausforderungen des Natur- und Klimaschutzes: Es verfügt über ein umweltbewusstes  Energiesparkonzept und nutzt regenerative Energien. Eine  Vorreiterrolle möchte die IBB auch in anderer Hinsicht spielen: Das  Haus ist in all seinen Bereichen behindertengerecht.

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Die Geschichte des Hauses im Aufbau

Der Münsteraner Architekt Richard Pierschke, der 1990 am offenen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Hauses teilnahm, hatte sich bei seinem Entwurf von der avantgardistischen Kunst der 20er Jahre inspirieren lassen. Das Bild von Kasimir Malewitsch „Haus im Aufbau“ (1915) mit seiner klaren Komposition, Form und Farbgebung bildete den Ausgangspunkt seiner Arbeit. Pierschkes architektonisches Konzept, das Tradition und Moderne, Ästhetik und Funktionalität verband, überzeugte die deutsch-belarussische Jury sofort.

Am 22. Juni 1991, genau 50 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, fand die Grundsteinlegung statt, im September 1994 konnte die IBB eröffnet werden.

Der Titel des Eröffnungskongresses stand programmatisch für die Richtung des neuen deutsch-belarussischen Hauses: „Auf dem Weg in eine europäische Zivilgesellschaft“.

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