Europäische Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ 2016

Internationales Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund

Papst empfängt Liquidatoren

Papst Franziskus hat in seiner Generalaudienz in Rom am Mittwoch, 20. April 2016, einen besonderen Gruß an Liquidatoren aus der Ukraine und Belarus und Vertreter der europäischen Solidaritätsbewegung gerichtet: „Wir erneuern unsere Gebete für die Opfer dieses Unglücks und drücken den Helfern unsere Anerkennung aus und allen Initiativen, die versucht haben, die Leiden und die Schäden zu lindern.“ Mehr …

IBB besuchte das Europäische Parlament

Bei einem Besuch in Brüssel erkundigten sich Mitorganisatoren der Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ am Donnerstag, 7. April 2016, nach dem Stand der Energiewende in Europa. Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, erwartete die Delegation zu einem intensiven Meinungsaustausch.  Vertreter des IBB Dortmund und der Trägerkreise hörten Zeitzeugenberichte, beschäftigen sich mit gesundheitlichen Aspekten der Tschernobyl-Katastrophe und erörtern Fragen der AKW-Sicherheit. Eine Dokumentation folgt, erste Informationen finden Sie hier.

Delegation zu Gast im Deutschen Bundestag

Fukushima steht heute in Deutschland für ein radikales Umdenken in der Energiepolitik. Doch noch immer sind mehr als 100 Atomkraftwerke in Europa am Netz, noch immer sorgen ältere Reaktoren wie Temelin, Tihange, Doel3 und andere für wachsende Besorgnis nicht nur in Deutschland. Bei einem Gespräch im Deutschen Bundestag am Mittwoch, 27. April 2016, fragten das IBB Dortmund und Mit-Organisatoren der Europäischen Aktionswochen nach dem Stand der Energiewende in Deutschland und Europa. Begleitet wurden sie von Zeitzeugen, die 1986 als Ersthelfer im Einsatz waren am havarierten Kernkraftwerk Tschernobyl. Gastgeber war die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Einen Bericht über die Konferenz finden Sie hier.

Europäisches Parlament übernimmt die Schirmherrschaft

EP logo RGB_DEDas Europäische Parlament hat die Schirmherrschaft übernommen für die Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ im Jahr 2016.

„Das Ziel Ihrer Initiative wird vom Europäischen Parlament sehr geschätzt“, ließ EU-Parlamentspräsident Martin Schulz das IBB Dortmund im Oktober 2015 wissen. „Unser Organ ist im Hinblick auf die Frage der Sicherheit im Bereich der Kernenergie zutiefst besorgt“, heißt es weiter im Brief von Parlamentspräsident Martin Schulz.

Kerzenaktionen zeitgleich in vielen Ländern

Trägerkreise in BelarusDeutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, SpanienTschechien, in der Türkei und in der Ukraine organisieren Zeitzeugengespräche, Vortragsveranstaltungen und Kerzenaktionen zur Erinnerung an die Jahrestage von Fukushima am 11. März und von Tschernobyl am 26. April. Ausführliche Informationen über die einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten, die Sie über die Links erreichen.

Dokumentarfilmerin Hitomi Kamanaka zu Gast

Hitomi Kamanaka, preisgekrönte Dokumentarfilmerin aus Japan, besuchte anlässlich des fünften Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Einladung des IBB Dortmund Deutschland und Frankreich. In mehreren Städten stellte sie ihren Film „Little Voices of Fukushima“ vor und berichtete über die aktuelle Situation in Japan. Der Film erzählt aus der Sicht der Kinder und ihrer Mütter, wie sich der Alltag durch die Reaktorkatastrophe verändert hat. Ihr Film zeigt auch Parallelen zwischen Japan und Belarus. Alle Termine finden Sie hier. Zum Trailer des Films geht es hier.

Gegen das Verdrängen und Vergessen von Tschernobyl und Fukushima

Zum 25. Jahrestag führte IBB ein internationales Erinnerungsprojekt mit international renommierten Partnern durch, in dem zum ersten Mal eine Kooperation und Netzwerkbildung auf gesamteuropäischer Ebene angeregt wurde. 2010 wurde das European Chernobyl Network gegründet. Eine multimediale Tschernobyl-Ausstellung wurde seit 2011 in mehr als 50 Städten in Deutschland, seit 2012 auch in der Ukraine gezeigt. In Charkiv entstand die erste <a href=“http://ibb-d.de/erinnern/geschichtswerkstatt-tschernobyl/“ target=“_blank“>Geschichtswerkstatt Tschernobyl</a>, ein Treffpunkt für die vergessenen Zeitzeugen der Tschernobyl-Katastrophe.

''Das Vermächtnis von Tschernobyl wird uns und unsere Nachkommen begleiten''

„Das Vermächtnis von Tschernobyl wird uns und unsere Nachkommen begleiten – und zwar für viele kommende Generationen…“ 

Kofi Annan,
ehem. Generalsekretär der UNO, New York 2000

Tschernobyl war eine Reaktorkatastrophe mit bis heute immer noch unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Sie hat gelehrt, dass technogene Katastrophen keine nationalen Grenzen kennen. Da Belarus das von den Folgen am meisten betroffene Land ist, sahen es IBB Dortmund und die IBB Minsk schon früh als besondere Verpflichtung, sich für die Linderung der Folgen zu engagieren: Unter dem Motto „Tschernobyl mahnt“ standen die deutsch-belarussische und die deutsch-belarussisch-ukrainische Partnerschaftskonferenz am 10. und 20. Jahrestag der Katastrophe, 1996 und 2006. So konnten die Netzwerkbildung von Partnerschafts- und Hilfsorganisationen enorm gestärkt und neue Projektideen geboren werden.

Rückblick auf die Höhepunkte 2016

Mehr als 350 Veranstaltungen in 13 Ländern haben in diesem Jahr an den fünften Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima und an den 30. Jahrestag in Tschernobyl erinnert. Mehr als 50 Zeitzeugen aus der Ukraine, Belarus und Japan haben in vielen Zeitzeugengesprächen berichtet, wie sie noch heute unter den Folgen der Katastrophen leiden. Die Höhepunkte der Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ 2016  finden Sie in dieser Multimedia-Präsentation (Link führt zur Vollbilddarstellung).

Einen ausführlichen Rückblick auf die Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ enthält das Heft 2 der Europäischen Perspektiven, die das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund in unregelmäßigen Abständen herausgibt.

Auf rund 60 Seiten fasst die Dokumentation die Höhepunkte der Veranstaltungen in 13 Ländern zusammen und erwähnt insbesondere die Konferenzen in Brüssel und Berlin sowie die Papstaudienz.

Die Dokumentation enthält außerdem eine Gegenüberstellung von Zahlen und Fakten zu den Reaktorkatastrophen in der Ukraine und Japan sowie Eindrücke der mehr als 50 beteiligten Zeitzeugen aus Belarus, Japan und der Ukraine.

Die Europäischen Perspektiven können als gedruckte Dokumentation bestellt werden per E-Mail an info@ibb-d.de.