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	<title>Berichte: Soziale Gesellschaft &#8211; IBB</title>
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	<description>Bildungs- und Begegnungswerk</description>
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		<title>Netcoops-Projekt erfolgreich beendet: Kooperationstreffen zur Asylpolitik in den Niederlanden</title>
		<link>https://ibb-d.de/netcoops-projekt-erfolgreich-beendet-mit-treffen-zur-asylpolitik-in-den-niederlanden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 18:22:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Abschluss des IBB-Projektes „netcoops“ führte eine 16-köpfige Delegation vom 27.-30.3.2023 noch einmal ins europäische Ausland. Auf einem Kooperationstreffen in Amsterdam, Utrecht und Rotterdam erhielten Mitarbeitende aus Ausländer- und Sozialbehörden sowie aus Beratungsstellen umfassende Informationen zum niederländischen Asylsystem. Die viertägige Exkursion war ein Modul des durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds geförderten zweijährigen Projektes, in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Abschluss des IBB-Projektes „netcoops“ führte eine 16-köpfige Delegation vom 27.-30.3.2023 noch einmal ins europäische Ausland. Auf einem Kooperationstreffen in Amsterdam, Utrecht und Rotterdam erhielten Mitarbeitende aus Ausländer- und Sozialbehörden sowie aus Beratungsstellen umfassende Informationen zum niederländischen Asylsystem. Die viertägige Exkursion war ein Modul des durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds geförderten zweijährigen Projektes, in dem in verschiedenen Veranstaltungsformaten online und in Präsenz zum Themenkomplex Asyl und Flucht geschult wurde. Neben interkultureller Kommunikation und psychosozialen Fragestellungen ging es auch um rechtliche Themen und den gesamten Integrationsprozess unterschiedlicher Gruppen Geflüchteter. Ziel war stets die Sensibilisierung und Fachfortbildung am Asylverfahren Beteiligter. Beim Blick über den deutschen Tellerrand stand auch in den Niederlanden zur Diskussion, ob das dortige System Best-Practice-Beispiele für die Arbeit in Deutschland bereithält.</p>
<div id="attachment_32507" style="width: 352px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-32507" class="wp-image-32507 " src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614-300x280.jpg" alt="Eine hölzerne Tür am Hafen erinnert an die jahrhundertealte Migrationsgeschichte der Niederlande. Doch wie steht es heute um die Aufnahmebereitschaft? Foto: Ilias Papapostolou" width="342" height="319" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614-300x280.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614-1024x955.jpg 1024w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614-768x716.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Tuer-zur-Freiheit-I-papapostolou-e1681756457614.jpg 1079w" sizes="(max-width: 342px) 100vw, 342px" /></a><p id="caption-attachment-32507" class="wp-caption-text">Eine hölzerne Tür am Hafen erinnert an die jahrhundertealte Migrationsgeschichte der Niederlande. Doch wie steht es heute um die Aufnahmebereitschaft? Foto: Ilias Papapostolou</p></div>
<p>Die Niederlande sind vor Jahren angetreten mit dem Ziel, die schnellsten und effektivsten Verfahren in Europa durchzuführen, anfangs mit dem Wunsch, binnen einer Woche Asylanträge zu bescheiden und entsprechende Verwaltungsakte folgen zu lassen.</p>
<p>Aktuell gibt es viele Parallelen zum Handling und zu den Herausforderungen in Deutschland, jedoch auch einige Unterschiede, die beim Besuch von staatlichen, halbstaatlichen und kommunalen Einrichtungen und beim Besuch einer NGO erläutert wurden.</p>
<p>Ähnliche Probleme bestehen danach bei der Unterbringung Geflüchteter und der neu hinzu gekommenen Gruppe von Ukrainer:innen auf Grund knappen Wohnraumes, wenngleich die Zahl Geflüchteter in den Niederlanden deutlich geringer als in Deutschland ist, auch proportional zur Landesgröße gesehen.</p>
<p>Die größten Unterschiede bestehen indes bei der kostenfreien und von Beginn an zur Verfügung gestellten rechtlichen Beratung Geflüchteter und bei der Gleichstellung mit niederländischen Staatsbürger:innen im Gesundheitssystem, ebenfalls ab Tag 1 des Aufenthalts in den Niederlanden.</p>
<p>Unser Foto oben zeigt die Gruppe auf einem der so genannten Opvangships: Fünf solcher umgebauten Passagierschiffe dienen jeweils rund 100 Zugewanderten als Unterkunft, denn Wohnraum ist auch in den Niederlanden sehr knapp.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2023/04/Bericht_Kooperationstreffen_netcoops_Niederlande-1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.</a></p>
<p>Das Projekt netcoops ist kofinanziert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU (AMIF).</p>

<a href='https://ibb-d.de/soziale-gesellschaft/netcoops/europaeische-union_/'><img decoding="async" width="300" height="237" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-farbig-jpg-300x237.jpg" class="attachment-medium size-medium" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-farbig-jpg-300x237.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-farbig-jpg.jpg 516w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>
<a href='https://ibb-d.de/soziale-gesellschaft/netcoops/europa-foerdert/'><img decoding="async" width="300" height="130" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-foerdert-farbig-jpg-300x130.jpg" class="attachment-medium size-medium" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-foerdert-farbig-jpg-300x130.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/08/logo-eu-foerdert-farbig-jpg.jpg 561w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>

<p>&nbsp;</p>
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		<title>IBB-Tagung am Tag der Unabhängigkeit der Ukraine: Welle der Hilfsbereitschaft – und viele Lücken in der gesundheitlichen Versorgung</title>
		<link>https://ibb-d.de/ibb-tagung-am-tag-der-unabhaengigkeit-der-ukraine-welle-der-hilfsbereitschaft-und-viele-luecken-in-der-gesundheitlichen-versorgung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2022 07:54:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[netcoops]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine, am Mittwoch, den 24. August 2022, endete die zweitägige Online-Konferenz „Six month after – der Ukraine-Krieg und die Situation Geflüchteter in Europa“ mit einem dringenden Appell: „Das Engagement kann nicht nur „von unten“ kommen, sondern es braucht dringend strukturelle Unterstützung und Professionalisierung.“ Denn die Teilnehmenden stellten fest, dass die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine, am Mittwoch, den 24. August 2022, endete die zweitägige Online-Konferenz „Six month after – der Ukraine-Krieg und die Situation Geflüchteter in Europa“ mit einem dringenden Appell: „Das Engagement kann nicht nur „von unten“ kommen, sondern es braucht dringend strukturelle Unterstützung und Professionalisierung.“ Denn die Teilnehmenden stellten fest, dass die Hilfen für Geflüchtete zu einem großen Teil durch Privatinitiativen getragen werden. Viele Unterstützerinnen und Unterstützer seien, so das Resümee, am Rande der Belastbarkeit. Viele Geflüchtete brauchen aber auch weiterhin medizinische und psychosoziale Unterstützung, denn besonders für den nahenden Winter müssten Vorkehrungen getroffen werden.</p>
<p>Schätzungen zufolge wurde ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung vertrieben. Bis 6. Juli 2022 wurden nach Informationen des Europäischen Parlaments mehr als 5,6 Mio. Geflüchtete in ganz Europa registriert. Rund 90 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. „Die Geflüchteten befinden sich teilweise in einer äußerst prekären Situation“, verdeutlichte Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration im Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund. Es sei nur wenig darüber bekannt, wie es Menschen mit Behinderungen, Verletzungen und psychischen Erkrankungen gehe, weil die meisten Aufnahmeländer auf eine explizite Registrierung von Vulnerabilität verzichtet haben. „Wir wollen mit unserer Tagung einen Blick über die Grenzen werfen und einen Beitrag leisten, dass schlechte Praxis nicht wiederholt wird und gute Praxis Nachahmung findet.“</p>
<p>Berichte aus sieben Ländern</p>
<p>Das IBB e.V. hatte Referentinnen und Referenten aus der Ukraine, der Slowakei, Tschechien, Rumänien, Moldau, Italien und Deutschland im Rahmen des Projekts netcoops  zu einem Kooperationstreffen an den virtuellen Konferenztisch eingeladen. Unter den 40 Zuhörenden waren neben Haupt- und Ehrenamtlichen der sozialen Dienste auch viele Asylverfahrensbeteiligte aus Behörden, die sich auch über grenzüberschreitende Hilfebedarfe informieren wollten.</p>
<p>Die Online-Konferenz im Rahmen des Projekts netcoops wurde finanziell gefördert durch den europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF).</p>

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<a href='https://ibb-d.de/ibb-e-v-laedt-ein-zur-online-tagung-der-ukraine-krieg-und-die-situation-gefluechteter-in-europa/europa-foerdert-2/'><img loading="lazy" decoding="async" width="561" height="243" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/09/logo-eu-foerdert-farbig-jpg.jpg" class="attachment-full size-full" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/09/logo-eu-foerdert-farbig-jpg.jpg 561w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/09/logo-eu-foerdert-farbig-jpg-300x130.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 561px) 100vw, 561px" /></a>

<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2022/09/Doku_Ukraine-Tagung-netcoops_de.pdf" target="_blank" rel="noopener">Den gesamten Bericht zum Download finden Sie hier.</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>IBB e.V. gestaltete Fortbildung zum kulturspezifischen Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Menschen mit Zuwanderungsbiografie in Düsseldorf</title>
		<link>https://ibb-d.de/ibb-e-v-gestaltete-fortbildung-zum-kulturspezifischen-umgang-mit-psychischen-erkrankungen-bei-menschen-mit-zuwanderungsbiografie-in-duesseldorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 11:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Umgang mit körperlichen und seelischen Schmerzen, Tod, Trauer und Ängsten wird meist in der Kindheit „erlernt“. Welches Verhalten ist angemessen? Welche Reaktionen werden gesellschaftlich akzeptiert? Wenn Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine Beratungsstelle oder ein Krankenhaus in Deutschland aufsuchen, entstehen zuweilen Unsicherheiten. Welches Krankheitsverständnis bringen die Hilfesuchenden mit? Wo liegen Schamgrenzen? Welche Erwartungen haben Betroffene an [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Umgang mit körperlichen und seelischen Schmerzen, Tod, Trauer und Ängsten wird meist in der Kindheit „erlernt“. Welches Verhalten ist angemessen? Welche Reaktionen werden gesellschaftlich akzeptiert? Wenn Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine Beratungsstelle oder ein Krankenhaus in Deutschland aufsuchen, entstehen zuweilen Unsicherheiten. Welches Krankheitsverständnis bringen die Hilfesuchenden mit? Wo liegen Schamgrenzen? Welche Erwartungen haben Betroffene an das Hilfesystem?</p>
<p>Antworten auf diese Fragen vermittelte eine eintägige Fortbildung zum kulturspezifischen Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Menschen mit Zuwanderungsbiografie (Drittstaatler*innen) am Donnerstag, 12. Mai 2022, in Düsseldorf.  Das Sozialpsychiatrische Kompetenzzentrum Migration – Bergisches Land/Mittleres Rheinland – hatte diese Fortbildung im Rahmen des Langzeit-Projekts fokus<sup>4</sup> beim IBB e.V. in Auftrag gegeben. 20 Mitarbeitende aus Beratungsstellen aus Düsseldorf, Ratingen und Solingen nahmen im Trägerverbund teil.</p>
<p>Gamze Alkan, Referentin des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks e.V. in Dortmund (IBB e.V.), übergab nach kurzer Einführung an Sarah Saf, Trainerin für interkulturelle Kompetenzen. Sarah Saf vermittelte Hintergrundwissen über den Einfluss von Kultur und Religion auf den Umgang mit körperlichen und seelischen Leiden. Sie beschrieb auch den Migrationsprozess als ein Phasenmodell, das Einfluss auf die seelische Gesundheit haben kann. Denn nach der ersten Euphorie zum Beispiel nach überstandener Flucht aus einem Kriegsgebiet folgen häufig längere Phasen, in denen die Schwierigkeiten bei der Wohnungs- und Arbeitssuche überwiegen, Schuldgefühle und Trauer über den Verlust familiärer Bindungen in den Vordergrund rücken.</p>
<p>Die Teilnehmenden an der Fortbildung sind in Beratungsstellen, in der Wohnungsnotfall- und Jugendberufshilfe sowie in Kliniken für psychisch Erkrankte bei Nichtregierungsorganisationen sowie kirchlichen und staatlichen Institutionen tätig. Sie arbeiten dort mit Betroffenen und ratsuchenden Angehörigen. Anhand von Fallbeispielen diskutierten sie, wie Beratungsgespräche und Hilfen gerade für psychisch Erkrankte zielführend optimiert werden können. Die Fortbildung förderte dabei auch das Netzwerk, das den Teilnehmenden weiterhin zur Verfügung steht: Denn schon in der Diskussion zeigte sich, dass die eigenen Ressourcen manchmal nicht ausreichen, in vernetzter Arbeit aber Lösungswege zu finden sind.</p>
<p>Die Tagung erfreute sich großer Nachfrage und erfolgte dieses Mal in Präsenz. Es ist bereits die zweite Veranstaltung, nachdem dieselbe Thematik bereits zuvor mit einer weiteren Gruppe aus dem Düsseldorfer Verbund online erörtert worden war. Das  Projekt fokus<sup>4</sup> wird gefördert durch den Asyl- Migrations- und Integrationsfonds. Die Fortbildung war daher kostenlos.</p>
<p>Weitere Informationen über das Projekt fokus<sup>4</sup> finden Sie <a href="https://ibb-d.de/soziale-gesellschaft/fokus/">hier</a>.</p>
<p>Interessieren Sie sich für eine Fortbildung zum kulturspezifischen Umgang mit körperlichen und seelischen Krankheiten in Ihrer Einrichtung? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf unter <a href="&#109;&#x61;&#105;&#x6c;&#116;&#x6f;:&#x66;o&#x6b;u&#115;&#x40;&#105;&#x62;&#98;&#x2d;&#100;&#x2e;d&#x65;">&#x66;&#x6f;&#x6b;&#x75;&#x73;&#x40;&#x69;&#x62;&#x62;&#x2d;&#x64;&#x2e;&#x64;&#x65;</a>.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-30026" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021-300x300.png" alt="" width="129" height="129" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021-300x300.png 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021-150x150.png 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021-210x210.png 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegel_ebw_kombi-2021.png 600w" sizes="auto, (max-width: 129px) 100vw, 129px" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2020/12/fokus4__Logo_2020.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-27418" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2020/12/fokus4__Logo_2020.png" alt="" width="145" height="149" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-21823" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg" alt="" width="143" height="143" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-210x210.jpg 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg 520w" sizes="auto, (max-width: 143px) 100vw, 143px" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>fokus4: IBB e.V. informiert über Migrationsgründe und Gesellschaftsstrukturen in Nigeria, Syrien und Afghanistan</title>
		<link>https://ibb-d.de/fokus4-ibb-e-v-informiert-ueber-migrationsgruende-und-gesellschaftsstrukturen-in-nigeria-syrien-und-afghanistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Dec 2021 11:42:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
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					<description><![CDATA[Welchen Einfluss haben Familienstrukturen, Glaubensfragen und politische Entscheidungen in Nigeria, Syrien und Afghanistan auf das Verhalten von Zugewanderten, die in Europa angekommen sind? Dieser Frage widmete das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund am Mittwoch, 1. Dezember 2021, eine Tagesveranstaltung im Rahmen des EU-geförderten Projektes fokus4 . Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welchen Einfluss haben Familienstrukturen, Glaubensfragen und politische Entscheidungen in Nigeria, Syrien und Afghanistan auf das Verhalten von Zugewanderten, die in Europa angekommen sind? Dieser Frage widmete das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund am Mittwoch, 1. Dezember 2021, eine Tagesveranstaltung im Rahmen des EU-geförderten Projektes fokus<sup>4 </sup>. Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration, und Referentin Gamze Alkan begrüßten 13 Mitarbeitende aus dem Dortmunder Integrationsnetzwerk „Lokal willkommen“, die in den Stadtteilbüros in Eving, Scharnhorst und Mengede in der Arbeit mit Geflüchteten tätig sind.</p>
<p>Zwar sind die gesellschaftlichen Zustände in den drei Ländern auf den ersten Blick grundverschieden, dennoch gibt es Ähnlichkeiten, eine Art roten Faden zu Migration bzw. Fluchtgründen, zu Familienstrukturen und gesellschaftlichen Wertesystemen.</p>
<p>Die Teilnehmenden aus den Stadtteilbüros und kooperierenden Schulen haben im Alltag mit Familien bzw. Kindern und Frauen aus den drei Herkunftsregionen zu tun. Ihnen fehlt aber oft anwendungsorientiertes Hintergrundwissen zu ihren Klient*innen, zumal diese oft die deutsche Sprache noch nicht gut beherrschen oder aus verschiedenen Gründen eher zurückhaltend in der Problembeschreibung sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Menschenhandel und Ethnisierungspolititk </strong></h3>
<p>Im ersten Teil berichteten die Fachreferentinnen daher zunächst über die Heterogenität der zugewanderten Gruppen. Bei den zugereisten Menschen aus Nigeria kann es sein, dass diese auch Opfer von Menschenhandel geworden sind. Eine legale Einreise ist für Nigerianer*innen fast unmöglich, da ihre Schutzquote unter 15 Prozent liegt. Möglich ist zwar die Einreise mit Diplomatenstatus oder Arbeitsvisum und im Rahmen von Familienzusammenführung bzw. Studium. Zumeist erfolgt jedoch die Zuwanderung durch Schlepperorganisationen. Eine Besonderheit: Im westafrikanischen Nigeria ist der Menschenhandel oft weiblich besetzt. Sogenannte „Madames“   vermitteln junge Frauen aus armen Verhältnissen, die zum Familienunterhalt beitragen sollen über Italien nach ganz Westeuropa, so auch ins Ruhrgebiet. Zwar wissen die meisten jungen Frauen inzwischen, dass sie als Prostituierte arbeiten werden. Doch die ganze Dimension dessen, was da auf sie zukommt – Abzahlung der „Reisekosten“ mit bis zu 60 000 Euro, Abnahme der Pässe, Abhängigkeit vom Zuhälter etc. – ist ihnen nicht bekannt. Der Rückweg ist ihnen – ohne Papiere &#8211; auch versperrt, denn erschwerend kommt hinzu, dass diese jungen Frauen zumeist Opfer des sogenannten „Juju-Kultes“ werden: Dabei handelt es sich um einen aus der animistischen Religion Nigerias in krimineller Absicht abgewandelten Ritus. Danach müssen die Frauen Stillschweigen schwören und werden mit Amuletten und Ritualen wie zum Beispiel einem Hühnerblutverzehr oder abgelieferten Haarproben, die verschlossen aufbewahrt werden, von sogenannten Priestern noch in Nigeria unter Druck gesetzt. Sollte eine junge Frau ihre Schulden nicht abarbeiten oder aber über die Geschehnisse in Deutschland sprechen, wird sie oder ihre Familie schwer erkranken oder sterben – lautet die Drohung. Die Einschüchterung erfolgt so nachhaltig, dass sich die jungen Frauen meist fügen. Sie werden dann, begleitet von einem „Bruder“, oft über libysche „Connection Houses“ nach Süditalien geschleust, wo eine „Madame“ sie begutachtet und weiter verteilt. Inzwischen hat diese Form des Menschhandels durch Kampagnen gegen den Kult nachgelassen. Mittlerweile treten aber kriminell gewordene junge Männer aus Studentenverbindungen wie die „Black Axe“ oder „Eiye“ in diese Lücke und übernehmen das Geschäft der „New Nigerian Mafia“ mit äußerster Brutalität. Zahlen sind schwer ermittelbar. Als gesichert gilt: 2018 kamen 80 Prozent der nach Italien eingereisten Nigerianerinnen aus diesem System. Da auch Homosexualität in Nigeria unter Strafe verboten ist und insgesamt unterschiedliche Kräfte in Nigeria im Krieg miteinander stehen, verlassen auch junge Männer der unteren Mittelschicht das Land in Richtung Nachbarstaaten oder Europa. Ihre Perspektive ist auf Grund der Korruption, ungleicher Wohlstandsverteilung und der Auseinandersetzung zwischen der islamistischen Boco-Haram und christlichen oder staatlichen Milizen mehr als schlecht. In Europa haben sie hingegen zumeist  nur einen Status als „Geduldete“, bei denen die Abschiebung nur vorübergehend ausgesetzt ist &#8211; oder sie haben bereits die Ausreiseaufforderung erhalten und verschwinden in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/barbwire-pixabay-3557203s.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-30158" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/barbwire-pixabay-3557203s-300x200.jpg" alt="" width="441" height="294" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/barbwire-pixabay-3557203s-300x200.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/barbwire-pixabay-3557203s-768x512.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/barbwire-pixabay-3557203s.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px" /></a></p>
<p>Foto: Pixabay</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Flüchtenden droht eine Hungersnot im Winter</strong></h3>
<p>Im zweiten Teil des Seminars gaben die Referentinnen ein Update zur Situation in Syrien und Afghanistan. Zwar sind bis auf wenige Regionen in beiden Ländern keine Kampfhandlungen mehr sichtbar. Gleichwohl vergeht kaum ein Tag ohne Anschläge unterschiedlicher extremistischer Gruppierungen oder mit Vergeltungsschlägen ausländischer Verbündeter. In beiden Ländern ist die Infrastruktur stark beschädigt und es droht für die Millionen von Binnenflüchtlingen eine Hungerkatastrophe im nahenden Winter. Während in Syrien drei Viertel des Landers wieder unter  dem Regime Assad stehen, haben bekanntlich in Afghanistan die Taliban das Land in ein islamisches Emirat verwandelt mit Beschneidung fundamentaler Rechte insbesondere für die Frauen. In Afghanistan komm hinzu, dass die längst überwunden geglaubte Ethnisierungspolitik neue Ungerechtigkeiten und Verfolgung mit sich bringt. Insbesondere die jungen Angehörigen der Hazara- Bevölkerungsgruppe, die sich im Medien- und Universitätsbereich zur neuen intellektuellen Elite entwickelt hatte, werden wieder systematisch ausgegrenzt und sind von Anschlägen oder Erschießungen bedroht. Ähnliches geschieht Angehörigen der tadschikischen, also Farsi sprechenden Gruppen aus den westlichen bzw. nord-östlichen Teilen des Landes. Gerüchten zufolge soll auch die dem Farsi fast gleiche Landessprache „Dari“ in „Paschtu“ umgewandelt werden, um der Vormachtstellung der eigentlich eher im Süden angesiedelten Paschtunen Ausdruck zu verleihen. Ein Großteil der Taliban-Regierung und der Vorgängerregierung entstammt dieser Bevölkerungsgruppe.</p>
<p>Aus beiden Ländern &#8211; und auch hier eine Parallele zu Nigeria &#8211; flüchten die Menschen zumeist nach anfänglicher Binnenmigration in Nachbarländer oder nach Europa. Doch auch ihr Weg nach Europa macht sie noch immer allzu oft zu Opfern von Menschenhandel und Gewalterfahrung, da reguläre Korridore verschlossen bleiben.</p>
<h3><strong>Unterstützung für Familien in den Herkunftsländern </strong></h3>
<p>Den roten Faden, der die vorgestellten Länder bzw. Regionen verbindet, stellten die Fachexpertinnen im letzten Teil des Seminars vor. Es handelt sich um patriarchal geprägte Länder mit entsprechender Gesellschaftsform, in denen dem familiären Zusammenhalt besondere Bedeutung zukommt. Familiäre Interdependenzen, die Schutz für Schwächere und Jüngere, aber auch Respekt für (zumeist männliche) Stärkere oder Ältere bedeuten, regeln den sozialen Zusammenhalt. Die Rollen sind &#8211; nicht nur in traditionell lebenden Familien &#8211; zumeist mehr oder weniger stark festgelegt. Eine Abweichung ist schwierig. Daher fühlen sich viele wie die jungen Frauen in Nigeria, aber auch junge Männer aus Syrien oder Afghanistan verpflichtet, zum Wohlergehen der Familie beizutragen. Die politischen und   nachkriegsgeprägten wirtschaftlichen Verhältnisse sind so desolat, dass die traditionellen Familienvorstände (zumeist Männer oder beide Elternteile) dies nicht oder nicht allein schaffen können. Flucht und Migration ins Ausland und die damit verbundene Selbstverpflichtung, auch von dort aus die Familie möglichst zu unterstützen, sind die Folge.</p>
<p>Die im Seminar bearbeiteten Fallbeispiele zeigten auf, welchen neuen Herausforderungen diese Zugewanderten neben dem wirtschaftlichen Überleben haben: Umgang mit Behinderung und Krankheit, durchgehender Schulbesuch und ein kompliziertes soziales System belasten die Familien oder die jungen allein Zugewanderten sehr. Im Idealfall schaffen sie den Gang in die Beratungsstellen oder Elternsprechstunden, um Hilfe zu erhalten, wie die Seminarteilnehmenden bestätigten. Dazu muss das System der Unterstützung jedoch einladend, sprachlich verständlich und kultursensibel ausgerichtet sein. Die Hintergrundinformationen aus dem IBB-Seminar, so der Tenor der Teilnehmenden, waren ein wertvoller Baustein für die kultursensible Arbeit mit diesen Personengruppen.</p>
<p>Das Projekt fokus<sup>4</sup> wird noch bis September 2022 vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU gefördert.</p>
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<p>Bericht: Hildegard Azimi-Boedecker</p>
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<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-29980" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web-300x265.jpg" alt="Gütesiegel Weiterbildung" width="200" height="177" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web-300x265.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2020/12/fokus4__Logo_2020.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-27418" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2020/12/fokus4__Logo_2020.png" alt="" width="200" height="206" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-21823" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-210x210.jpg 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg 520w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommunikationstraining im IBB-Projekt „netcoops“ mit Fahim Sobat schafft Aha-Momente über Umgang mit Gesprächssituationen im Kulturvergleich</title>
		<link>https://ibb-d.de/kommunikationstraining-im-ibb-projekt-netcoops-mit-fahim-sobat-schafft-aha-momente-ueber-umgang-mit-gespraechssituationen-im-kulturvergleich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2021 08:32:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[netcoops]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Deutschen reden in offiziellen Gesprächen eher leise. Nur wenige Gesten untermalen dann ihre Worte. Die Emotionen sind unter Kontrolle. Der Tonfall eher monoton. In Nigeria würde diese leise Sprechweise höchstwahrscheinlich anders gedeutet: Leise wird vielerorts nur Unheimliches verhandelt, Lügen vermutlich, Flüche vielleicht. Wer leise spricht, führt oft nichts Gutes im Schilde. Die in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Deutschen reden in offiziellen Gesprächen eher leise. Nur wenige Gesten untermalen dann ihre Worte. Die Emotionen sind unter Kontrolle. Der Tonfall eher monoton. In Nigeria würde diese leise Sprechweise höchstwahrscheinlich anders gedeutet: Leise wird vielerorts nur Unheimliches verhandelt, Lügen vermutlich, Flüche vielleicht. Wer leise spricht, führt oft nichts Gutes im Schilde. Die in Deutschlands Amtsstuben übliche Ausdrucksweise kann mithin von einem Zuhörenden aus Nigeria ziemlich irritiert aufgenommen werden – erst recht, wenn er oder sie die Sprache noch gar nicht versteht. Doch was für Nigeria gilt, kann deshalb noch längst nicht für alle afrikanischen Länder verallgemeinert werden. Mit eindrucksvollen Beispielen zeigte Referent Fahim Sobat seinen Zuhörenden im EU-geförderten IBB-Projekt netcoops im Winterspecial 2021, wo die höchsten Klippen stehen in der interkulturellen Kommunikation und auch wie sie elegant umschifft werden können. Eine besondere Rolle nehmen danach kultursensibel gestaltete Gespräche bei psychischer oder somatischer Erkrankung im Migrationsprozess ein.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Referent_F_Sobat_51381.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-30092 alignleft" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Referent_F_Sobat_51381-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Referent_F_Sobat_51381-300x217.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Referent_F_Sobat_51381-768x555.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Referent_F_Sobat_51381.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Seine Zuhörerinnen und Zuhörer sind an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Bundesländern dienstlich mit Asylverfahren befasst: In Jugendämtern, Ausländerbehörden, Ordnungsämtern oder in Polizei und Justiz. Manche begegnen neu Zugewanderten kurz nach ihrer Ankunft, manche bei der Arbeits- und Wohnungssuche, manche erst kurz vor der Abschiebung oder freiwilligen Ausreise. Die Klippen in der Kommunikation kennen sie alle mehr oder weniger – und ärgern sich immer mal wieder über scheinbar respektlose Unpünktlichkeit, ausweichende Antworten oder nicht erfüllte Arbeitsaufträge. Die in Deutschland wichtige Tugend der präzisen Pünktlichkeit gelte aber zum Beispiel im arabischen Raum  nicht unbedingt. Pünktlich ist dort, wer ein paar Minuten später eintrifft. Wer in Deutschland exakte Pünktlichkeit erwartet, sollte die Erwartung klar aussprechen. Apropos Respekt: Dass Mitarbeitende staatlicher oder städtischer Behörden heute vielfach Jeans und Sneaker tragen, werde von Neu- Zugewanderten manchmal als Zeichen von mangelnder Entscheidungskompetenz missverstanden. Zu Irritationen führen manchmal auch schlechte Erfahrungen in den Heimatländern. „Einige politisch Verfolgte haben in ihrem Heimatland sehr berechtigte Ängste vor einer Verfolgung durch Geheimdienste und staatliche Stellen entwickelt“, berichtete Sobat. Ausweichende Antworten auf dem Amt erscheinen vor diesem Hintergrund plötzlich in einem anderen Licht.</p>
<p><strong>„Fähigkeit zur Kommunikation ist wie eine mentale Software“</strong></p>
<p>„Unsere Fähigkeit zur Kommunikation ist wie eine mentale Software, die durch unser Denken, Fühlen und Handeln geprägt ist“, sagte der interkulturelle Trainer aus Rosenheim. Ganz augenfällig sei dies am Beispiel des Kopfschüttelns, das in Indien „Ja“ bedeutet – was wiederum zu Missverständnissen führen kann, wenn das Gegenüber die Geste als das genaue Gegenteil versteht. Damit interkulturelle Kommunikation gelingt, sei ein Entgegenkommen von beiden Seiten nötig, warb Sobat. Wichtig sei auch ein Verständnis für die Situation, in der sich die am Gespräch Teilnehmenden befinden.<a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/Kulturschock.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-30073 alignleft" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/Kulturschock-300x225.png" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/Kulturschock-300x225.png 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/Kulturschock.png 578w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Anhand des „Kulturschock“-Modells verdeutlichte Sobat die typischen Phasen der Migration: Nach der „Flitterwochen-Phase“ großer Euphorie, die Migration endlich geschafft zu haben folgt im Zielland zumeist die Desillusionierung, das Zurückfallen in die Realität, nicht selten in eine Krise. Verständigungsprobleme, Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und diverse bürokratische Hemmnisse bei der Suche nach einer Arbeit und Wohnung führen zu einer Entmutigung, die in eine vorübergehende Lethargie oder sogar in eine Depression münden kann. Erst in der nachfolgenden Erholungsphase erfolge ein Lernen am Unterschied und eine formale Anpassung an die Zielgesellschaft.„Der Begriff Integration ist aus meiner Sicht zu schwammig“, berichtete Sobat aus seiner Erfahrung. Ziel sei für die meisten Zuwandernden eine Anpassung an die Zielgesellschaft bei gleichzeitiger Erhaltung der kulturellen Identität. „Eine vollständige Assimilation funktioniert meistens nicht.“</p>
<p><strong>Migrationsverlauf hat Folgen für die Gesundheit </strong></p>
<p>Was nicht unterschätzt werden dürfe: Der Migrationsverlauf habe auch Folgen für die Gesundheit der Zuwandernden, schilderte Sobat. Angefangen von Schlafstörungen und anhaltender Müdigkeit über Konzentrationsprobleme und Essstörungen bis hin zu Magenschmerzen und Herzproblemen wird eine lange Liste psychosomatischer Symptome beobachtet. Der Verlust der gewohnten Umgebung, des beruflichen Status und manchmal auch sogar der Tod von Familienangehörigen kann zudem einen Leidensdruck verursachen, der behandelt werden müsste – wenn er denn erkannt würde. Denn die Flucht in Spiel-, Drogen-, Alkohol oder Tablettensucht bis hin zu einer erhöhten Selbstmordneigung kann die Folge sein. Die persönlichen Nöte werden in kollektivistisch geprägten Kulturen jedoch so gut wie niemals offen angesprochen, sondern eher  in der engsten Familie abgehandelt. Fahim Sobat berichtete beispielhaft von einem Gespräch mit einem Unternehmer, der sich wunderte, dass ein zugewanderter Mitarbeiter sich mit Kopfschmerzen krank meldete. Bei Kopfschmerzen greife man doch üblicherweise einfach zu einer Tablette – und komme dann zur Arbeit. „Kopfschmerzen oder mehr noch die Äußerung, dass „der Kopf platzt“, sind bei Zugewanderten sehr häufig die Chiffre für eine massive psychische Überlastung“, verdeutlichte Sobat.</p>
<p>In einer Workshop-Phase erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der sechsten netcoops-<a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Ergebnisse_52681.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-30082 alignright" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Ergebnisse_52681-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Ergebnisse_52681-300x200.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Ergebnisse_52681-768x513.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops_Ergebnisse_52681.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Fortbildung „Do’s“ und „Don’ts“ für die verschiedenen Phasen und brachten Erfahrungen aus ihren jeweiligen Arbeitsgebieten ein. Die Euphorie-Phase nutzen, um wichtige Hürden zu nehmen, in der Krise Wege aufzeigen, wie es positiv weitergehen kann und am besten ein abweisendes: „Dafür bin ich nicht zuständig!“ vermeiden, lautete die Essenz und Empfehlung für die im Asylverfahren Tätigen.</p>
<p><strong>Über ein Kopfschütteln, das „Ja!“ bedeutet, und ein „Nein“, das man schon aus zehn Metern Entfernung sieht</strong></p>
<p>Die Augen öffnete Fahim Sobat seinen Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem weiteren kurzen Input-Vortrag über unterschiedliche Kommunikationsstile. Die direkte Art, wie man in Deutschland Konflikte geradeaus und konfrontativ angeht, sei für neu Zuwandernde aus eher kollektivistisch geprägten Kulturen irritierend: In vielen Kulturen gelte das offene Aussprechen der leisesten Anzeichen von Kritik als eklatanter Mangel an guter Erziehung. Die Äußerung „Der kann die Luft nicht lesen“ fasst ein vernichtendes Urteil in Worte: Das Gegenüber ist offensichtlich nicht in der Lage, die Botschaft „zwischen den Zeilen“ zu verstehen. Kritik oder mit Tabus Behaftetes wird daher rücksichtsvoll verschlüsselt oder umschrieben. Es gilt, das Gesicht zu wahren. Neu Zugewanderte dagegen „lesen“ auch die Körpersprache. Wenn sie sagen: „Ich konnte ihm das ‚Nein‘ schon aus zehn Metern Entfernung ansehen“, trifft das den Nagel dann meist auf den Kopf.</p>
<p>Der kollektivistische Kommunikationsstil zum Beispiel arabischer oder asiatischer Communities betone stärker die Beziehungs- und Familienorientierung. Konflikte oder Kritik, aber auch das Ansprechen von Leiden oder erst recht psychischen Krankheiten, seien schambesetzt.</p>
<p>Schlafstörungen und Phantomschmerzen bzw. undefinierbare Schmerzen seien bei vielen Geflüchteten eine verbreitete Reaktion auf die ungewohnte Umgebung und den Statusverlust. Für viele Leiden gibt es Bezeichnungen, die wiederum hierzulande kaum verstanden werden. „Mir tut alles weh“ oder „Mein Kopf ist kaputt“ seien Ausdruck einer Überforderung. Mit der „dünnen Krankheit“ sei manchmal Tuberkulose gemeint. „Viele Leiden werden von Mediziner*innen daher nicht erkannt oder falsch interpretiert, oft greifen Betroffene dann zu einer Selbstmedikation“, sagte Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration im IBB e.V.. Dies könne schlimmstenfalls sogar zu einer Medikamentensucht führen. Fahim Sobat warb daher für mehr Sensibilität gegenüber dem eigenen und fremden Kommunikationsstil. „Jeder Mensch möchte in einer individuellen Situation gesehen werden.“</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops-workshop_51801.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-30127 alignleft" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops-workshop_51801-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops-workshop_51801-300x200.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops-workshop_51801-768x512.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/12/netcoops-workshop_51801.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Das neu erworbene Wissen testeten Fahim Sobat und ein Teilnehmer in einem Rollenspiel: Das fiktive Gespräch im Jobcenter mündete nach üblicher Vorgehensweise schnell in Verärgerung. Die Anwendung des neu erlernten Wissens dagegen ebnete aber den Weg zu einer kooperativen und lösungsorientierten Gesprächssituation.</p>
<p>Am Ende zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine überaus positive Bilanz: „Mir ist deutlich geworden, dass wir die eigenen und fremden Deutungsmuster hinterfragen müssen“, sagte eine Teilnehmerin. In einer Zeit, da immer mehr Abläufe standardisiert werden, müsse doch noch Zeit freigehalten werden für eine echte Kommunikation. „Mir ist heute auch klar geworden, dass ich mich nicht auf Gespräche mit Zuwandernden aus mehr als 160 Ländern jedes Mal individuell einstellen kann. Aber ich kann mich auf einen vermuteten kollektivistischen Kommunikationsstil meines Gegenübers einstellen und im Zweifelsfall auch einfach einmal empathisch nachfragen.“</p>
<p>Die Reihe „netcoops: Europäische Fortbildung Asyl“ wird durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU gefördert. Weitere Fortbildungen folgen noch bis Mitte Februar. Außerdem sind für 2022 mehrere europäische Kooperationstreffen und eine Fachtagung geplant.</p>
<p>Weitere Informationen über das Projekt netcoops: Europäische Fortbildung Asyl – finden Sie hier.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-21823" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-210x210.jpg 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg 520w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-29980" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web-300x265.jpg" alt="Gütesiegel Weiterbildung" width="200" height="177" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web-300x265.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/11/Guetesiegelverbund-Weiterbildung_2411-010_Siegel_GV_web.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zweiter Fachtag „Schwarz, weiß, bunt – so what?“ nimmt Erziehung in den Blick</title>
		<link>https://ibb-d.de/zweiter-fachtag-schwarz-weiss-bunt-so-what-nimmt-erziehung-in-den-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Oct 2021 14:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fachkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[Deutschland ist gleich durch mehrere internationale Menschenrechtsabkommen verpflichtet, rassistische Diskriminierung im Bildungsbereich zu bekämpfen[1]. Doch zum einen gibt es immer wieder persönliche Berichte von Betroffenen über Diskrimierungserfahrungen. Zum anderen hat der Pisa-Schock zur Jahrtausendwende den Blick auf die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund gelenkt. So belegt auch die PISA-Studie aus 2018, dass die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland ist gleich durch mehrere internationale Menschenrechtsabkommen verpflichtet, rassistische Diskriminierung im Bildungsbereich zu bekämpfen<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Doch zum einen gibt es immer wieder persönliche Berichte von Betroffenen über Diskrimierungserfahrungen. Zum anderen hat der Pisa-Schock zur Jahrtausendwende den Blick auf die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund gelenkt. So belegt auch die PISA-Studie aus 2018, dass die soziale Herkunft von Schülerinnen und Schülern in Deutschland stärker als im OECD-Durchschnitt über den Bildungserfolg entscheidet<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>.</p>
<p>Die Erforschung ethnischer Bildungsungleichheiten stellt die Forschung gleichwohl vor Herausforderungen, wie die Soziologen Cornelia Kristen und Jörg Dollmann in einem Interview mit der Bundeszentrale für politische Bildung deutlich gemacht haben.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a> Mit zwei Fachtagen „Schwarz, weiß, bunt – so what?“ am 21. Mai 2021 und am 6. Oktober 2021 hat das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. im Rahmen des EU-geförderten Projekts fokus⁴ zunächst die geschichtlichen Ursachen von Alltagsrassismus beleuchtet und danach zu einem pädagogisch-didaktischen Workshop eingeladen zur Frage: Wie kann eine diskrimierungsfreie, diversitätsfreundliche Erziehung in Kindertageseinrichtungen und Schulen gelingen?</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_5031.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-29499" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_5031-300x175.jpg" alt="Szene beim Anti-Rassismus-Fachtag &quot;Schwarz, weiß, bunt - so what?&quot; in Dortmund." width="470" height="274" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_5031-300x175.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_5031-768x448.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_5031.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px" /></a></p>
<p>Die Arbeitsergebnisse aus den Workshops werden in großer Runde vorgestellt und diskutiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rassismus kommt auf leisen Sohlen ins Kinderzimmer</strong></p>
<p>Rassismus kommt auf leisen Sohlen ins Kinderzimmer: Es beginnt schon mit Kinderliedern und Kinderbüchern, die auf den ersten Blick unverdächtig erscheinen, und verfestigt in früher Kindheit Stereotype, die im späteren Leben in handfeste Gewalt münden können. „Wenn wir Kindern das Gefühl vermitteln, dass sie kein Teil der Bevölkerung sind, stoßen wir einer wachsenden Zahl von Menschen vor den Kopf und verlieren sie für ein gesamtgesellschaftliches Vorankommen“, mahnte Serge Palasie, Referent vom Eine-Welt-Netz NRW e.V., beim zweiten Fachtag „Schwarz, weiß, bunt – so what?“ am 6. Oktober 2021 im Haus der Vielfalt in Dortmund.</p>
<p>Gamze Alkan, Projektreferentin im IBB e.V., hatte den Workshop-Tag mit einem Video über eine rassistisch motivierte Auseinandersetzung in einem Supermarkt eröffnet. „Wir haben das so gelernt“, hatte der 71 Jahre Mann gesagt, der einen 32-jährigen aus nichtigem Anlass mit dem „N*Wort“ beim Kauf von Schokoküssen beschimpft und attackiert hatte. „Dies führt uns einmal mehr vor Augen, dass es eine große Rolle spielt, was bereits Kinder lernen“, sagte die IBB-Referentin.</p>
<p>Mitarbeitende aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, Bibliotheken, Beratungsstellen und Familienbildungsstätten aus Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Euskirchen, Köln, Leverkusen und Münster arbeiteten in vier Workshops an der Frage, wie  die Erziehung  von  Kindern und  Jugendlichen diversitätsfreundlich gestaltet werden kann. Sie untersuchten in Workshops Schulbücher, Kinderbücher und Kinderlieder, Alltagssprache und Fallbeispiele.</p>
<p><strong>Unterschiedliche Lebenserfahrungen und Kulturen werden nicht berücksichtigt</strong></p>
<p>Schon die scheinbar unverfängliche Frage in einem Kinderbuch: „Wie feiert man Weihnachten bei uns und anderswo?“ grenze ein „Wir“ ab von „den Anderen“. Unterschiedliche Lebenserfahrungen und Kulturen von Menschen in Deutschland würden in vielen Medien schlicht nicht berücksichtigt. In Liedern und Schulbüchern für Ältere fanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Beispiele für eine eurozentrische Sicht, die Europäer (zumeist männlich und Weiß aus „Mutterländern“ genannten ehemaligen Kolonialmächten) als Nachfahren von Entdeckern darstellen. Menschen besonders von Kontinenten der südlichen Hemisphäre hingegen werden als hilfsbedürftig und unterentwickelt abgebildet.</p>
<p>Bei der Auswahl von Medien sei es daher wichtig, sie auch aus der Perspektive von Angehörigen der BIPoC-Communities zu betrachten. Kinderbücher und Kinderlieder sollten den Horizont erweitern und die Empathie fördern, forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie kritisierten, dass Diversität in der Ausbildung von Erziehenden und Lehrkräften bisher kaum eine Rolle spielt. Mehr noch: „Einige Medien muss man erst kaufen, um die Inhalte beurteilen zu können“, bemängelte Nastassja Ott, Referentin vom Eine-Welt-Netz NRW e.V.. Diese Mühe sollten Eltern und Erziehende nicht scheuen, so ihr Tipp, gerade weil Kinder sich häufig zum Lesen, Anschauen oder Hören zurückziehen und einen kritischen Umgang mit Medien erst erlernen müssen.</p>
<div id="attachment_29478" style="width: 455px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_4926w.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-29478" class=" wp-image-29478" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_4926w-300x200.jpg" alt="Das Foto zeigt einen Blick auf beschriftete Karteikarten in einem Workshop am Fachtag &quot;Schwarz, weiß, bunt - so what?&quot; in Dortmund" width="445" height="296" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_4926w-300x200.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_4926w-768x512.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Fachtag_schwarz_weiss_bunt_so_what_4926w.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px" /></a><p id="caption-attachment-29478" class="wp-caption-text">Ein Blick auf die Zwischenergebnisse der Workshops. Foto: Mechthild vom Büchel &#8211; IBB e.V.</p></div>
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<p><strong>Über „Plastikworte“ und sprachliche „Farbgefängnisse“</strong></p>
<p>Einen breiten Raum nahmen daneben auch die Diskussionen über eine diversitätfreundliche Sprache und angemessene Reaktionen in Konfliktsituationen ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beklagten „Plastikworte“, wie Inklusion, die im Erziehungsalltag kaum auf ihre Inhalte überprüft werden, und sprachliche „Farbgefängnisse“, in die Menschen mit nicht-weißer Haut eingesperrt werden. „Wir sollten bei aller Kritik an ‚falschen Begriffen‘ aber auch nicht Menschen abwerten, die es vielleicht einfach nicht besser wissen“, mahnte eine Teilnehmerin.</p>
<p>„Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine diversitätsfreundliche und genderneutrale Sprache Kinder mutiger macht“, sagte Referentin Nastassja Ott. „Vielleicht finden wir in Zukunft neue Begriffe, mit denen wir alle gut leben können.“</p>
<p>Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lobten am Ende den intensiven Austausch und wünschten sich eine Fortsetzung unter anderem über strukturellen Rassismus.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Gamze-Schwarz-weiss-bunt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-29585" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Gamze-Schwarz-weiss-bunt-300x201.jpg" alt="" width="384" height="257" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Gamze-Schwarz-weiss-bunt-300x201.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/10/Gamze-Schwarz-weiss-bunt.jpg 343w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /></a></p>
<p>Die Ergebnisse aus den Workshops werden auf Stellwänden gesichert.</p>
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<p><strong>Zentrale Erkenntnisse des zweiten Fachtags: </strong></p>
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<li>Der Kanon der Kinderlieder und Kinderbücher sollte diversitätsfreundlich ausgewählt werden. Bei der Auswahl könne es helfen, die Medien aus der Perspektive eines nicht-weißen Kindes zu betrachten. Bei der Beurteilung könne der Merksatz helfen: Ich habe viel Energie. Die Initialen stehen für Identifizierung, Horizonterweiterung, Vielfalt und Empowerment / Empathieförderung. Als Positivbeispiel wurde das multiperspektivische Kinderbuch „Zeitreise durch die Weltgeschichte“ von Jane Chishom aus dem Usborne-Verlag genannt, das Entwicklungen in allen Kontinenten wertungsfrei parallel aufzeigt.</li>
<li>Der Workshop Fallbeispiele empfahl die Erarbeitung eines „Sicherheitskonzepts“, das prophylaktisch Handlungskonzepte gegen Gewalt und Rassismus in der jeweiligen Bildungseinrichtung bzw. Schule erarbeitet, um rassistische Tendenzen frühzeitig erkennen und bearbeiten zu können. Zugleich sollte einen Anlaufstelle/ Person in der jeweiligen Einrichtung für Schüler*innen, Lehrer*innen oder sogar auch „whistleblower“ vorhanden sein.</li>
<li>Die Arbeitsgruppe „Politische Korrektheit“ empfahl einen kultursensiblen Umgang mit Zuschreibungen über Hautfarben, Religion und Herkunft. Wichtig sei die Frage, ob die Zuschreibung überhaupt erforderlich sei. Helfen könnten z.B. vorhandene Checklisten oder aber auch der Dialog mit den betreffenden Communities bzw. einzelnen Menschen, wenn Unsicherheiten bestehen, ob vermutete oder tatsächlich „diverse“ Wurzeln angesprochen werden dürfen. Eine Teilnehmende beispielsweise bestätigte, dass sie sogar eher erfreut sei, wenn Interesse an ihrer Familiengeschichte bestehe. Allerdings komme es auf den Kontext und die Form des Dialoges an. Auch wolle sie nicht einfach automatisch als „Schwarze Deutsche“ tituliert werden, nur weil ihre Hauptfarbe eben nicht ganz hell sei. Akteure der Erziehungsarbeit sollten sich kritisch fragen, welche Assoziationen mit einer Zuschreibung ausgelöst werden, empfahl Referentin Karina Lange vom Eine-Welt-Netz NRW e.V..</li>
</ul>
<p>Möchten Sie eine Fortbildung zur kultursensiblen Öffnung in Ihrer Einrichtung oder bei Ihrem Träger buchen? Im Rahmen des EU-geförderten Projektes fokus⁴ können wir bedarfsgerechte Fortbildungen kostenlos anbieten. Stellen Sie am besten noch heute eine unverbindliche Anfrage per E-Mail an <a href="&#109;&#x61;&#x69;&#108;&#x74;&#x6f;&#58;&#x66;&#x6f;&#107;&#x75;&#x73;&#64;&#x69;&#x62;&#98;&#x2d;&#x64;&#46;&#x64;&#x65;">&#102;&#x6f;&#x6b;&#117;&#x73;&#x40;&#105;&#x62;&#x62;&#45;&#x64;&#x2e;&#100;&#x65;</a>.</p>
<p>Weitere Informationen über das Projekt fokus⁴ finden Sie <a href="https://ibb-d.de/soziale-gesellschaft/fokus/">hier</a>.</p>
<p>Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-Migrations- und Integrationsfonds gefördert.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/11/GütesiegelverbundWeiterbildung_2111-010_Siegel_GV.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13823" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/11/GütesiegelverbundWeiterbildung_2111-010_Siegel_GV-300x265.jpg" alt="" width="161" height="142" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/11/GütesiegelverbundWeiterbildung_2111-010_Siegel_GV-300x265.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/11/GütesiegelverbundWeiterbildung_2111-010_Siegel_GV.jpg 482w" sizes="auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px" /></a> <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-21823" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg" alt="" width="161" height="161" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-210x210.jpg 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg 520w" sizes="auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px" /></a><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-21758" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018-300x300.png" alt="Logo von fokus3" width="147" height="147" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018-300x300.png 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018-150x150.png 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018-210x210.png 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus__Logo_2018.png 546w" sizes="auto, (max-width: 147px) 100vw, 147px" /></a></p>
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<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://rassismusbericht.de/wp-content/uploads/Hintergrundpapier-Daniel-Gyamerah.pdf">https://rassismusbericht.de/wp-content/uploads/Hintergrundpapier-Daniel-Gyamerah.pdf</a></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="https://www.oecd.org/berlin/presse/pisa-studie-2018-leistungen-in-deutschland-insgesamt-ueberdurchschnittlich-aber-leicht-ruecklaeufig-und-mit-grossem-abstand-zu-den-spitzenreitern-03122019.htm">https://www.oecd.org/berlin/presse/pisa-studie-2018-leistungen-in-deutschland-insgesamt-ueberdurchschnittlich-aber-leicht-ruecklaeufig-und-mit-grossem-abstand-zu-den-spitzenreitern-03122019.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/211879/ethnische-ungleichheiten">https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/211879/ethnische-ungleichheiten</a></p>
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		<title>Fachtag „Schwarz, weiß, bunt – so what?“ thematisiert Postkolonialismus und Rassismus im Alltagsleben</title>
		<link>https://ibb-d.de/fachtag-schwarz-weiss-bunt-so-what-thematisiert-postkolonialismus-und-rassismus-im-alltagsleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 May 2021 11:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Welttag der kulturellen Vielfalt am Freitag, 21. Mai 2021, begrüßte das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. in Dortmund mehr als  30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Fachtag „Schwarz, weiß, bunt – so what?“. Interessierte aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen trafen sich zum virtuellen Seminar im Rahmen des Projektes fokus4, das durch den Asyl-Migrations- und Integrationsfonds [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Welttag der kulturellen Vielfalt am Freitag, 21. Mai 2021, begrüßte das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. in Dortmund mehr als  30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Fachtag „Schwarz, weiß, bunt – so what?“. Interessierte aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen trafen sich zum virtuellen Seminar im Rahmen des Projektes fokus<sup>4</sup>, das durch den Asyl-Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU gefördert wird.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-28483 size-medium alignleft" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS-300x169.png" alt="Gamze eröffnet den FAchtag" width="300" height="169" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS-300x169.png 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS-1024x576.png 1024w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS-768x432.png 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/Bild-von-iOS.png 1334w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Bei der ersten von zwei Fachtagen standen die Fragen im Mittelpunkt, wo Alltagsrassismus seine Ursprünge hat und wie er auf Schwarze Deutsche und Angehörige in Deutschland lebender  afrikanischer oder afroamerikanischer Communities wirkt. Viele sind in der BIPoC -Bewegung organisiert und fordern Aufarbeitung und Verhaltensänderung. „ Ziele unseres Fachtages sind daher Aufklärung und Sensibilisierung für die Bildungsarbeit und die Erweiterung der Erinnerungskultur“, sagte Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration im IBB e.V. bei der Begrüßung der Teilnehmenden und versprach Informationen für Kopf, Herz und Hand. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist unser Auftrag und Voraussetzung für gelingende Integration und Teilhabe.“</p>
<p>Zum Einstieg ins Thema zeigte sie eine Werbung für Ausbildungsberufe, die in den vergangenen Monaten auf Bussen in Nordrhein-Westfalen zu sehen war. Unter den sechs gezeichneten Personen, dies fiel den Teilnehmenden schnell auf, war nur eine männliche Person mit einem auch nur leicht angedeuteten Migrationshintergrund dargestellt, die für den Beruf des Mechatronikers warb. Die drei Frauen waren klischeehaft naiv und  in vermeintlich typischen Frauenberufen gezeichnet. Die einzige Person, die einen höher qualifizierten Beruf repräsentierte, war ein Mann mit weißer Hautfarbe.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-28473 size-medium" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548-300x169.png" alt="Vortrag beim Fachtag" width="300" height="169" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548-300x169.png 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548-1024x576.png 1024w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548-768x432.png 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0548.png 1334w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Nicht verwunderlich – bestätigte  Serge Palasie, Fachpromotor für Flucht, Migration und Entwicklung beim Eine Welt Netz NRW. Der Afrikanist erläuterte mit Tafeln aus der Ausstellung „Sichert(e) sich auch unser Land einen Platz an der Sonne?“ den langen Schatten der Kolonialzeit, der bis in die Gegenwart reicht. Schon weit vor der Entdeckung Amerikas müsse es in Europa eine Vorstellung gegeben haben von Menschen, die nicht hellhäutig waren. So zeigte er die Darstellung des Heiligen Mauritius im Magdeburger Dom aus dem 13. Jahrhundert, die an dessen segensreiches Wirken im dritten Jahrhundert erinnert. „Ein defizitäres Bild von schwarzen Menschen existierte offenbar nicht.“ Rassismus sei erst mit der Erschließung des amerikanischen Kontinents entstanden.</p>
<p>Eine Reihe von Forts an der westafrikanischen Küste gebe Hinweise auf Sklavenhandel seit dem 15. Jahrhundert. Über den Atlantik sei zwischen Amerika, Europa und Afrika ein neuer Wirtschafts- und Handelsraum entstanden. Rohstoffe wie Eisen, Kupfer oder auch Waffen und Spirituosen wurden gegen Sklaven eingetauscht. Sklaven seien das erste Spekulationsobjekt gewesen, angegeben übrigens in Tonnage. Sklaven habe es auch früher in der Geschichte gegeben, sagte Palasie. Doch erst nach der Entdeckung Amerikas wurde die Dehumanisierung an die dunkle Hautfarbe gekoppelt.</p>
<p>Zwar sei die deutsche Kolonialzeit von 1884/85 bis 1918/19 im Vergleich zur britischen oder französischen relativ kurz gewesen. Doch die lange transatlantische Handelsgeschichte habe Spuren hinterlassen im Denken und Fühlen. In Deutschland werde das Thema häufig durch die Erinnerung an die NS-Zeit überlagert. Durch aktuelle Entwicklungen der Globalisierung, des Klimawandels und der Migration gebe es aktuell eine gewisse gesellschaftliche Offenheit für eine Beschäftigung mit dem Alltagsrassismus, die genutzt werden müsse. Diskussionen über Straßennamen, die an Kolonialverbrecher erinnern, über Raubkunst oder menschliche Überreste, die in Museen ausgestellt werden, seien Beispiele und zeigten gleichzeitig auch die Grenzen der Offenheit auf. Die wachsende Zahl nicht-weißer Menschen in Deutschland brauche eine neue Erinnerungskultur, die auch die koloniale Vergangenheit berücksichtigt. „Der Klimawandel, unter dem die Menschen im globalen Süden am meisten leiden, ist durch die Industrialisierung verursacht, die die Sklaven maßgeblich mit ermöglicht haben“, sagte Palasie.</p>
<p>Im zweiten Vortrag schilderte Helene Batemona-Abeke, Sozialarbeiterin und Diversity Trainerin vom Verein Pamoja Afrika e.V. in Köln, wie sie Rassismus im Alltag erlebt. Nicht nur, dass ihr deutscher Pass am Flughafen jedes Mal minutenlang kritisch gedreht und gegen das Licht gehalten werde. Auch in alltäglichen Situationen in der Bahn sehe sie sich dauerlächelnden Menschen gegenüber, die vermeintlich verständnisvoll lobend hervorheben, dass sie offenbar in der Lage war einen Fahrschein zu kaufen. In einem Medieninterview wurden andere hellhäutige Beteiligte intensiv befragt, während ihr nur die Frage nach ihrem Alter gestellt wurde. All dies seien keine Kleinigkeiten, schilderte die Sozialarbeiterin.</p>
<p>Die  herablassende und missachtende Haltung gegenüber dunkelhäutigen Menschen sei ein Akt der Gewalt. Dies führe zu einer ständig wiederholten Verletzung der Betroffenen, die das Selbstwertgefühl beschädigt und realistische Entwicklungschancen begrenzt.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-28478 size-medium" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-300x225.jpg" alt="Vortrag beim Fachtag" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-300x225.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-1024x768.jpg 1024w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-768x576.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-1536x1152.jpg 1536w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2021/05/IMG_0545-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd habe weltweit in den afrikanischen Communitys Traumata geweckt. „Ich sehe in George Floyd meinen Bruder und meinen Vater“, schilderte die Referentin. Die Bilder – tausendfach geteilt in den sozialen Netzwerken – wirkten omnipräsent und massiv und weckten in vielen Todesängste. Sie appellierte deshalb auch an ihre Zuhörerinnen und Zuhörer, entsprechende Inhalte nicht aus falsch verstandener Solidarität zu teilen. „Jede und jeder sollte sich überlegen, wie diese Bilder auf andere Menschen wirken und sensibel mit dem Thema umgehen.“</p>
<p>Eine Diskussion entzündete sich an der Frage, welchen Beitrag wohlwollende Weiße leisten können oder sollen, wenn sie verletzende Situationen im Alltag beobachten. Einschreiten – und sich evtl. den Vorwurf einer paternalistische Bevormundung einhandeln? „Ich würde mir manches Mal schon wünschen, dass Menschen etwas sagen, wenn sie solche Szenen beobachten“, sagte Helene Batemona-Abeke. Gleichwohl sehe sie sich außerstande, immer wieder zu erklären, warum bestimmte Handlungsmuster verletzend und rassistisch wirken. Die immer wiederkehrende Beschäftigung mit dem Thema sei für Betroffene einfach sehr schmerzhaft und belastend. Gleichwohl könnten nicht von Rassismus Betroffene kaum nachvollziehen, wie sich die alltäglichen Kränkungen anfühlen und deshalb zumindest nicht aus der Betroffenen-Perspektive mitreden. Dies sei ein bisschen wie bei den Schmerzen einer Geburt, die auch nur jene kennen, die sie erlebt haben. Helene Batemona-Abeke setzt vielmehr auf das Awareness-Konzept, das  Einfühlungsvermögen und Empowerment vermitteln will.</p>
<p>Am Mittwoch, 6. Oktober 2021, folgt der zweite Fachtag zum Thema. Im pädagogisch-didaktischen Workshop wird das Thema mit Blick auf den Alltag in Bildungskontexten vertieft. Die Fachtage im Rahmen des Projektes fokus<sup>4</sup> richten sich an Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Jugend- und Sozialarbeit sowie alle Interessierten.</p>
<p>Die Teilnahme am Fachtag ist dank der Projektförderung kostenlos. Soweit er als Präsenzveranstaltung angeboten werden kann, ist ein Verpflegungskostenanteil in Höhe von 20 Euro zu entrichten.</p>
<p>Interessierte sollten sich schnell anmelden, denn die Teilnehmendenzahl ist auf 30 begrenzt. Formlose Anmeldung unter: <a href="mailto&#58;&#102;&#111;&#99;&#117;&#115;&#64;&#x69;&#x62;&#x62;&#x2d;&#x64;&#x2e;&#x64;&#x65;">&#x66;&#111;&#x6b;&#117;s&#x40;&#105;b&#x62;&#45;&#x64;&#x2e;d&#x65;</a></p>
<p>Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-Migrations- und Integrationsfonds gefördert.</p>
<p><a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-21823 size-medium" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-300x300.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos-210x210.jpg 210w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2018/12/fokus_-förderlogos.jpg 520w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Partnerschaftskonferenz zum Auftakt der achten Phase des Förderprogramms in Minsk</title>
		<link>https://ibb-d.de/partnerschaftskonferenz-zum-auftakt-der-achten-phase-des-foerderprogramms-in-minsk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Apr 2017 10:49:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Förderprogramm Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[IBB "Johannes Rau"]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Partnerschaftskonferenz am Montag und Dienstag, 10. und 11. April 2017, in der IBB „Johannes Rau“ in Minsk setzt traditionsgemäß das offizielle Startsignal zur achten Phase im Förderprogramm Belarus. 23 Projekte werden in enger Zusammenarbeit von Initiativen aus Deutschland und Belarus bis 2019 verwirklicht. Die deutsche Bundesregierung hat das Förderprogramm Belarus bereits zum achten Mal [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Partnerschaftskonferenz am Montag und Dienstag, 10. und 11. April 2017, in der IBB „Johannes Rau“ in Minsk setzt traditionsgemäß das offizielle Startsignal zur achten Phase im Förderprogramm Belarus. 23 Projekte werden in enger Zusammenarbeit von Initiativen aus Deutschland und Belarus bis 2019 verwirklicht. Die deutsche Bundesregierung hat das Förderprogramm Belarus bereits zum achten Mal aufgelegt und das IBB Dortmund mit der Durchführung beauftragt. Hauptziel des Förderprogramms ist es, die gesellschaftlichen Initiativen und Organisationen in ihrem Engagement bei der Lösung relevanter gesellschaftlicher Probleme in Belarus zu unterstützen.</p>
<p>Zur Auftaktkonferenz der achten Phase werden rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Neben den Vertretern der deutschen und belarussischen Projektinitiativen haben auch zahlreiche staatliche Vertreter aus belarussischen Ministerien, wie dem Außenministerium, dem Sozialministerium, dem Umweltministerium und dem Wirtschaftsministerium, Abgeordnete der belarussischen Nationalversammlung sowie Vertreter aus den Gebiets- und Kreisverwaltungen ihre Teilnahme zugesagt.</p>
<blockquote><p>„Mit der Einladung eines breiten Teilnehmerkreises zur Konferenz hoffen wir, eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Start aller Projekte und für eine enge sektorenübergreifende Kooperation bei der Umsetzung der achten Förderphase insgesamt zu schaffen“,</p></blockquote>
<p>betont Astrid Sahm, Geschäftsführerin des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund (IBB Dortmund).</p>
<p>Nach einer Vorstellung der thematischen Schwerpunkte Soziale Partnerschaft und Regionale nachhaltige Entwicklung werden sich Arbeitsgruppen mit den strategischen Zielen der Zusammenarbeit beschäftigen. Von deutscher Seite werden dabei insbesondere die Erfahrungen der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. und der Deutschen AIDS-Hilfe als Input berücksichtigt.</p>
<p>Insgesamt wurden im Förderprogramm Belarus seit 2002 bereits mehr als 250 deutsch-belarussische Partnerschaftsprojekte erfolgreich realisiert. Unmittelbarer Auftraggeber des IBB Dortmunds sind dabei das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). An der Partnerschaftstagung nehmen daher auch der für Belarus zuständige BMZ-Referent Daniel McCormack und die Leiterin des GIZ-Regionalbüros in Kiew, Sabine Müller, teil.</p>
<p>Unser Foto zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Auftaktkonferenz 2017 in Minsk. Foto: Anton Surapin</p>
<p>Das Programm der Konferenz finden Sie <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2017/04/FpB-2016-19_Programm_Parternschaftskonf_10-11.04.17_DE.pdf" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p>Informationen über die ausgewählten Projekte finden Sie <a href="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2017/04/20170406_FpB-2016-2019_Projektliste_DE.pdf" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p>Weitere Informationen über das Förderprogramm Belarus finden Sie <a href="http://ibb-d.de/soziale-gesellschaft/foerderprogramm-belarus/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
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		<title>Geschichtswerkstatt Tschernobyl präsent beim IPPNW-Kongress in Berlin</title>
		<link>https://ibb-d.de/geschichtswerkstatt-tschernobyl-praesent-beim-ippnw-kongress-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2016 14:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Aktionswochen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtswerkstatt Tschernobyl]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Große Anerkennung erntete die Arbeit der Geschichtswerkstatt Tschernobyl in Charkiw auf dem IPPNW- Kongress „5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“ vom 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin. Vermittelt vom IBB nahm Tatjana Semenchuk als zentrale Tschernobyl-Zeitzeugin teil. Tatjana Semenchuk leitet im ukrainischen Wiltscha eine Außenstelle der Geschichtswerkstatt Tschernobyl, die das IBB [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Große Anerkennung erntete die Arbeit der Geschichtswerkstatt Tschernobyl in Charkiw auf dem IPPNW- Kongress „5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“ vom 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin. Vermittelt vom IBB nahm Tatjana Semenchuk als zentrale Tschernobyl-Zeitzeugin teil. Tatjana Semenchuk leitet im ukrainischen Wiltscha eine Außenstelle der Geschichtswerkstatt Tschernobyl, die das IBB gemeinsam mit ukrainischen Partnern seit 2012 in Charkiw betreibt.</p>
<div id="attachment_6283" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2016/03/Zu_Gast_beim_IPPNW_1040613.jpg" rel="attachment wp-att-6283"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6283" class="wp-image-6283 size-medium" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2016/03/Zu_Gast_beim_IPPNW_1040613-300x212.jpg" alt="Das Foto zeigt Tatjana Semenchuk auf dem Podium bei der IPPNW-Konferenz." width="300" height="212" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2016/03/Zu_Gast_beim_IPPNW_1040613-300x212.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2016/03/Zu_Gast_beim_IPPNW_1040613-768x544.jpg 768w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2016/03/Zu_Gast_beim_IPPNW_1040613.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6283" class="wp-caption-text">Tatjana Semenchuk berichtete als Tscherobyl-Zeitzeugin auf dem IPPNW-Kongress über die soziale Situation der Betroffenen.</p></div>
<p>Der Kongress der Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) setzte – ähnlich wie die vom IBB initiierten Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl“ &#8211; auf die Verknüpfung der Erinnerung an die nuklearen Katastrophen und ihrer Folgen mit den zukunftsweisenden Fragen einer nachhaltigen Energieversorgung. Hierzu tauschten sich in Berlin mehr als 200 internationale Experten und zivilgesellschaftliche Akteure intensiv aus. Seitens des IBB beteiligten Tatjana Semenchuk und Dr. Astrid Sahm, Leiterin des Berliner IBB-Büros, aktiv am Panel über die soziale Situation der von Tschernobyl und Fukushima betroffenen Menschen.</p>
<p>Die eindringlichen Worte, mit denen Tatjana Semenchuk ihre Erinnerungen an die ersten zwei Tage nach der Reaktorexplosion im AKW Tschernobyl und die Evakuierung aus Pripjat schilderte, holte die Katastrophe in der Ukraine vor 30 Jahren für alle Anwesenden sehr eindrucksvoll in die Gegenwart. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer zudem über das aktuelle Engagement der Tschernobyl-Betroffenen für die heutigen Kriegsflüchtlinge in der Ukraine.</p>
<p>Ein Porträt von Tatjana Semenchuk finden Sie <a href="http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/report/umri0208.html">hier</a>.</p>
<p>Weitere Informationen zum IPPNW-Kongress finden Sie <a href="http://www.tschernobylkongress.de/">hier</a>.</p>
<p>Mehr über die Geschichtswerkstatt Tschernobyl und die Europäischen Aktionswochen &#8222;Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima&#8220; finden Sie <a href="http://ibb-d.de/nachhaltigkeit/europaeische-aktionswochen/">hier</a>.</p>
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		<title>IBB vermittelt tiefe Einblicke in die Situation der Roma in Rumänien</title>
		<link>https://ibb-d.de/ibb-vermittelt-tiefe-einblicke-in-die-situation-der-roma-in-rumaenien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mechthild vom Büchel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2014 10:17:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte: Soziale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Aufwändig restaurierte Altstadtviertel auf der einen Seite und erschütternde Elendsquartiere auf der anderen – die erste Fachkräfteexkursion nach Rumänien des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks e. V. in Dortmund überraschte die Teilnehmer mit tiefen Einblicken in ein wenig bekanntes EU-Mitgliedsland &#8211; und unerwartet krassen Gegensätzen. „Das Leben ist schwer in Rumänien und daher wollen Viele [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4203" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/Fachkraefteexkursion_Rumaenien_Cluj-w.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4203" class="wp-image-4203 size-medium" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/Fachkraefteexkursion_Rumaenien_Cluj-w-300x222.jpg" alt="" width="300" height="222" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/Fachkraefteexkursion_Rumaenien_Cluj-w-300x222.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/Fachkraefteexkursion_Rumaenien_Cluj-w.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-4203" class="wp-caption-text">Die Reisegruppe in Cluj-Napoca (deutsch Klausenburg). Die Fotos zu diesem Bericht hat uns Thomas Rüth freundlicherweise zur Verfügung gestellt.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufwändig restaurierte Altstadtviertel auf der einen Seite und erschütternde Elendsquartiere auf der anderen – die erste Fachkräfteexkursion nach Rumänien des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks e. V. in Dortmund überraschte die Teilnehmer mit tiefen Einblicken in ein wenig bekanntes EU-Mitgliedsland &#8211; und unerwartet krassen Gegensätzen. „Das Leben ist schwer in Rumänien und daher wollen Viele auswandern “, berichtete Reiseleiter Björn Bauernfeind nach seiner Rückkehr. Und: „Die Menschen dort wissen jedoch nichts von Matratzenlagern für zugewanderte Roma und nichts über die zum Teil kriminelle Ausbeutung ihrer Landsleute in Deutschland.“</p>
<h4>&#8222;Wo verbleibt das Geld?&#8220;</h4>
<p>Acht Tage lang, vom 15. bis 22. Juni 2014, besuchte die Reisegruppe in Cluj-Napoca (dt. Klausenburg), Sibiu (dt. Hermannstadt), Sighișoara (dt. Schäßburg) und Timișoara (dt. Temeswar) Hilfsprojekte für die ethnische Minderheit der Roma und Bildungseinrichtungen, sprach mit Fachkräften der Sozialen Arbeit, mit dem Berater des Roma-Königs vom Clan der Cioabas, Gheorghe Lefter, oder auch mit Valentin Pepenel von der Roma Partei sowie mit Ion Goracel vom Interkulturellen Institut Temeswar und vielen anderen. Erster Eindruck nach der intensiven Rundreise: „Der Staat ist als Klammer für die gravierenden Probleme der Minderheiten zu schwach“, resümiert Bauernfeind. Hilfen würden oft nicht abgerufen bei der EU, kämen teilweise nicht an bei den Bedürftigen. Die Teilnehmer – Fachkräfte der Sozialen Arbeit aus Dortmund, Gelsenkirchen, Essen, Bochum, Darmstadt und Köln – fragten an allen Stationen immer wieder nach und fanden am Ende doch keine befriedigende Antwort auf die Frage: „Warum geht der Kampf gegen die Armut trotz vieler Fördermittel nur in kleinen Schritten voran? Wo verbleibt das Geld?“</p>
<h3><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0092.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4199 alignright" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0092-300x225.jpg" alt="CIMG0092" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0092-300x225.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0092.jpg 912w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></h3>
<h4>Roma sind keine einheitliche Volksgruppe</h4>
<p>Erste Station der Rundreise war das Zentrum zur Förderung der Roma in Cluj- Napoca, Centrul de Resurse pentru Comunităţile de Romi. Getragen von einer Stiftung setzt sich das Zentrum ein für die berufliche Bildung vor allem von Roma sowie für lokale Entwicklungsprojekte. Roma seien alles andere als eine einheitliche ethnische Minderheit, erfuhren die Teilnehmer dort. Vor Jahrhunderten zugewandert aus West-Indien seien die schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Roma in Rumänien heute sehr unterschiedlich integriert. Ein kleiner, gut ausgebildeter Teil der Volksgruppe sei in der Mehrheitsgesellschaft angekommen – und nicht mehr als Mitglied der Minderheit erkennbar. Der Nachteil dieser Assimilation: Erfolgsgeschichten oder Rollenvorbilder, die zur Nachahmung anregen, fehlen.</p>
<h4>Begegnung mit dem Berater des Roma-Königs</h4>
<p>Auf angeblich 500 000 Gefolgsleute stützt sich der selbst ernannte Roma-König Daniel Cioabă, Sohn des 2013 verstorbenen Königs Florin und neben seinem international agierenden Bruder Dorin zuständig für Rumäniens Roma, berichtete sein Berater Gheorghe Lefter der Gruppe. Er trat in seiner Handwerkerkluft vor die Gruppe und berichtete über die „Königsfamilie“ neben der es noch einen „Kaiser“ gibt. Eine Kooperation der Könige und des Kaisers gibt es nicht, vielmehr sind sich alle “spinnefeind“, so der Eindruck der Reisegruppe. Eine einheitliche Stimme fehlt offenbar.</p>
<p>Auch die Roma Partei kann die Lücke in der Lobbyarbeit in Rumänien, EU-Mitgliedsland seit 2007, nicht schließen: Zwar habe sie, wie alle anerkannten 19 nationalen Minderheiten, einen sicheren Platz im Parlament , erfuhr die Reisegruppe. Doch eine kontinuierliche politische Arbeit für die Interessen der Roma, sei in der Verfassung nicht vorgesehen und sie werde offenbar auch nicht geleistet.</p>
<h4>Welche Rolle spielt die Religion?</h4>
<p>Der gläubige Lefter beklagte, dass sich die Roma weit von Gott entfernt hätten und erklärte seine Sichtweise, wonach sie deshalb in diese Notlage geraten seien. In der folgenden lebhaften Diskussion mit Roger Parvu, Leiter der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Sibiu, der auch für Lefter dolmetschte, wurde diese These heiß diskutiert &#8211; zumal die sozioökonomische Situation augenfällig auch auf andere Ursachen zurückzuführen ist.</p>
<p>Tatsache ist jedoch, dass ein Großteil der rumänischen Wohnbevölkerung religiös orientiert ist und Spiritualität eine große Rolle spielt, so die Aussage vieler Gesprächspartner. So gibt es nach offizieller Statistik nur drei bis vier Prozent nicht konfessionsgebundene Menschen in Rumänien. Rumänisch -Orthodoxe stellen mit rund 85 Prozent die große Mehrheit, die Protestanten stellen rund sieben Prozent der Bevölkerung. Doch einheitlich präsentieren sich auch die Gläubigen nicht. Pfingstler und Baptisten, Reformierte und Lutheraner, daneben Katholiken und die große Gruppe von Rumänisch- Orthodoxen – die Reisegruppe fand eine unvermutet große religiöse Vielfalt. „Nach und nach entstand bei vielen der Eindruck, dass es ein Nebeneinander der vielen Volksgruppen gibt, aber kein Miteinander“, berichtete Bauernfeind.</p>
<p>Sanfte Hügel mit sattem Grün prägen das Landschaftsbild. Hinter den bunten Fassaden sind traditionell arbeitende Bauernhöfe. Doch am Dorfrand gibt es auch Holzhütten, in denen Menschen leben.</p>
<h4>Erschütterndes Elendsquartier in der Nähe von Sibiu</h4>
<p>Ein besonders krasses Beispiel für das Elend der Roma entdeckte die Reisegruppe in Ţichindeal (Ziegental) – bei einem Abstecher auf dem Weg nach Sibiu und unweit dieser Großstadt gelegen. In einem Elendsquartier am Rande des Dorfes lebten die Roma in Blechhütten ohne Wasser und Strom. „Wir haben Kinder gesehen, die mit verklebten Haaren und in Lumpen unterwegs waren“, berichtete Bauernfeind immer noch erschüttert. „Unvorstellbar schmutzig und verwahrlost.“ Das Elijah-Projekt, eine Initiative des österreichischen Jesuitenpaters Georg Sporschill und vor zwei Jahren gestartet, habe zunächst mit einem Brunnen eine Wasserversorgung geschaffen und eine Wäscherei aufgebaut, damit auch einige Arbeitsplätze geschaffen. „Die Menschen haben ihre Kleidung früher so lange getragen, bis es nicht mehr ging und die Kleidung dann verbrannt oder weg-geworfen , da sie keinen Wasseranschluss hatten, um ihre Wäsche auch zu waschen“, erfuhren die Besucher aus Nordrhein-Westfalen. Nachschub wurde jeweils aus Kleiderspenden organisiert.</p>
<h4><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_144100.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4192 alignleft" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_144100-300x225.jpg" alt="20140621_144100" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_144100-300x225.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_144100.jpg 912w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Wäscherei schafft einige Arbeitsplätze</h4>
<p>Die hygienische Situation hat sich nach dem Start des Elijah-Projektes und der Schaffung des Wäscherei-Betriebs aber längst noch nicht hinreichend verbessert. Der Schulbesuch ist Pflicht in diesem Projekt, in einem Kinderzentrum wird Hausaufgabenhilfe geleistet. Doch bei allem Engagement stoßen die Projektleiter immer wieder an Grenzen: „Die Familien sind sehr kinderreich und die Kinder zeigen ein auffällig großes Anlehnungsbedürfnis an die Mitarbeiter des Projekts“, berichtet Bauernfeind. Offenbar fehle es an Zuwendung, an emotionaler Wärme und Stabilität in den Familien.</p>
<h4>Sind Armut und Diskriminierung ein ethnisches oder soziales Problem?</h4>
<p>Das besonders krasse Beispiel des Elijah-Projekts warf für die Fachkräfte – unter ihnen ein Streetworker, Lokalpolitiker, ein Ethnologe und Ehrenamtliche aus der Sozialarbeit mit Zuwanderern &#8211; viele Fragen auf. „Ist dieses Elend ein ethnisches oder soziales Problem?“, lautete eine Frage, die später an allen Stationen wieder und wieder gestellt wurde. Für eine große Zahl von Menschen sei die Lebenshaltung gemessen am Einkommen sehr teuer: Ein Liter Milch koste einen Euro – bei einem durchaus üblichen Monatsgehalt von 200 bis 300 Euro, verdeutlichte Bauernfeind. Die Infrastruktur – Straßen, Strom- und Wasserversorgung – sei in den ländlichen Gegenden Siebenbürgens schlecht und lückenhaft. „Die entsprechenden Gesetze gegen Diskriminierung der Roma und zum Ausbau der Hilfen sind vorhanden und für den Ausbau der Infrastruktur stehen wohl auch Mittel zur Verfügung“, erfuhr die Gruppe. Doch offenbar kommt das Geld nicht dort an, wo es am dringendsten gebraucht wird. Eine ausreichend große Elite der Roma, die sich selbst organisiert und Projekte koordiniert, existiere nicht. „Wer aus der Gruppe der Roma aufsteigt, will schnell diese Kreise verlassen“ wurde von Insidern oft gesagt. Und Diskriminierung versperrt weiterhin den meisten Roma den Weg zu höherer Bildung und Wohlstand. Es gibt schon Arbeitsplätze in Rumänien, nur eben nicht für Roma – weil diesen oft die dafür nötige Bildung fehlt – ein Teufelskreis.</p>
<h4><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_132935.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4201 alignright" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_132935-300x225.jpg" alt="20140621_132935" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_132935-300x225.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140621_132935.jpg 912w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Reichtum &#8211; protzig zur Schau gestellt</h4>
<p>Die Gruppe entdeckte aber auch die attraktiven Regionen, zum Beispiel in Sighişoara, einer einst von Siebenbürger Sachsen gegründeten Stadt: die Städte in Siebenbürgen und das Westbanat gehören zu den ökonomisch erfolgreichsten Gegenden des Landes. Reizvolle Altstadtquartiere, in denen die Einflüsse der Habsburger und die architektonischen Spuren der kommunistischen Zeit oftmals nebeneinander zu entdecken waren. Kneipenviertel, in denen moderne Restaurants und hippe Bars zum Besuch einladen, und etwas außerhalb der Altstädte, so in Rekaş bei Timişoara, auch die eigenwilligen Paläste reicher Roma. „Teilweise wird Reichtum, wenn er da ist, sehr zur Schau gestellt“, so die Beobachtung der Reisegruppe. „Das ist insbesondere bei den Roma sehr wichtig.“ Und auch auf den Straßen wird der Wohlstand gern demonstriert: Zum Beispiel durch Luxuslimousinen und schwere Geländewagen, die nicht nur wegen der schlechten Landstraßen angeraten sind.</p>
<h4>Britisches Königshaus fördert Erhalt alter Handwerkskunst in dörflichen Strukturen</h4>
<p>In Viscri (deutsch Weißkirch) besuchte die Reisegruppe das Projekt des Mihai Eminescu- Trusts zur Bewahrung traditioneller Handwerkskunst und alter dörflicher Strukturen, das seit den 1990er Jahren die Unterstützung durch das britische Königshaus, insbesondere Prinz Charles, genießt. Durch das auch touristisch vermarktete Projekt wird auch die Landflucht in die großen Städte eingedämmt. Bei einer traditionellen Kutschfahrt erkundete die Gruppe die ursprüngliche Landschaft und besuchte eine Ziegelei, in der in Handarbeit Steine gebrannt werden. Der Ziegelbrenner, ein etwa 50-Jähriger gelernter Maurer, erzählte voller Stolz: „Diese Arbeit liegt mir im Blut – schon mein Großvater hat Steine gebrannt!“ Tatsächlich waren viele Roma in früheren Jahrhunderten bekannt für ihr handwerkliches Geschick, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Nicht wenige waren sesshaft. Erst durch die Industrialisierung ging die wesentliche Einkommensquelle nach und nach verloren. Mit der finanziellen Förderung aus Großbritannien entstanden die alten Handwerksbetriebe neu – und schaffen Arbeitsplätze, die auch den Angehörigen der Roma-Minderheit angeboten werden. Bildung spielte in Viscri stets eine große Rolle. Die Schulpflicht habe in Viscri seit Anfang des 18. Jahrhunderts eine lange Tradition, erzählten die Gastgeber nicht ohne Stolz. Eine kleine deutsche Minderheit, Ungarn, Rumänen und Roma leben nicht mit- sondern nebeneinander. Ethnische Konflikte gab es seit Jahrhunderten nicht, vielleicht gerade wegen der Wahrung der eigenen Communities.</p>
<h3>Praxisnahe Ausbildung im Burghostel</h3>
<p>Auf Verständigung setzt das interethnische Jugendbildungszentrum in Sighişoara. Dort und im direkt angegliederten Burghostel, werden ebenfalls vor allem Roma beruflich ausgebildet, beschäftigt und Projekte zur kulturellen Vielfalt verwirklicht.</p>
<p>Zum Abschluss ging es nach Stanciova, in der Nähe von Timişoara. Beim Besuch des Bauernhofs der Borghoffs, des deutsch-rumänischen Ehepaares Thomas und Teodora, gab es nicht nur rumänische Hausmannskost &#8211; gefüllte Eier, Suppe, Hühnchenschnitzel und Wildschwein – sondern auch Gelegenheit zur Verarbeitung der vielfältigen Eindrücke. Warum ist die Lage in Rumänien so schwierig – obwohl es doch schon viele gute Ansätze zur Integration der Roma-Minderheit gibt? Welche Anregungen für die Arbeit daheim in Nordrhein-Westfalen kann man mitnehmen und vor allem: Sitzen die jungen Rumänen „auf gepackten Koffern“, wie man hierzulande vermutet?</p>
<h3><a href="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140620_093633.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4202 alignleft" src="http://ibbdortmund.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140620_093633-300x225.jpg" alt="20140620_093633" width="300" height="225" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140620_093633-300x225.jpg 300w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140620_093633.jpg 912w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Die Schattenseiten der Zuwanderung sind nicht bekannt</h3>
<p>Westeuropa gelte für viele schon als ein Synonym für die Hoffnung auf ein besseres Leben, erfuhr die Reisegruppe aus vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Partnern. Rumänien mit seinen rund 21 Millionen Einwohnern ist seit vielen Jahren Auswanderungsland. Doch die beliebten Ziele liegen eher in Südeuropa: Spanien und Italien sind begehrt, schon wegen der dort vorherrschenden romanischen Sprache. „Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die unsere Teilnehmer gemacht haben“, schilderte Björn Bauernfeind. „Demnach kommen sehr viele Zuwanderer mit Herkunftsland Rumänien über Spanien nach NRW. Weil die Krise dort die Arbeitsmöglichkeiten besonders für Roma erschwert hat, ist Deutschland dann das bevorzugte Drittland &#8211; obwohl es eigentlich wegen der schweren Sprache, des kalten Klimas und der strengen Vorschriften im Vergleich zu den Mittelmeerländern deutlich weniger attraktiv erscheint.“ Und über die kriminellen Auswüchse, die vielen Städten in Nordrhein-Westfalen Sorgen machen &#8211; Ausbeutung der Neu-Zuzügler durch Mietwucher, Zwangs-Prostitution und die Eingliederung in Bandenstrukturen &#8211; sei in Rumänien so gut wie nichts bekannt.</p>
<p>Türen öffnen, die Touristen verschlossen bleiben: Die Fachkräfte-Exkursionen des IBB ermöglichen Begegnungen mit Betroffenen und Hilfsorganisationen auf Augenhöhe.</p>
<p>Weitere Impressionen:</p>

<a href='https://ibb-d.de/20140615_194223/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140615_194223-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140615_194223-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/20140615_194223-210x210.jpg 210w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://ibb-d.de/cimg0094/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0094-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0094-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0094-210x210.jpg 210w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://ibb-d.de/cimg0083/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0083-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0083-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0083-210x210.jpg 210w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://ibb-d.de/cimg0085/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0085-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0085-150x150.jpg 150w, https://ibb-d.de/wp/wp-content/uploads/2015/11/CIMG0085-210x210.jpg 210w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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