netcoops: Europäische Fortbildung „Asyl“

netcoops: Europäische Fortbildung ``Asyl``

Netcoops ist ein Projekt zur Fortbildung von Asylverfahrens­beteiligten mit hoheitlichen Aufgaben. Es richtet sich bundesweit an Mitarbeitende der Ausländer-, Sozial- und Jugendämter, Ordnungs- und Sicherheitsbehörden, Richter*innen, kommunale Verwaltungen, Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) etc.

Der Trend der Fluchtbewegungen ist zwar wieder rückläufig, jedoch kommt es immer noch zu Einreisen mit Antragstellung. Zudem ist auf Grund der vormals hohen Eingangszahlen noch ein erheblicher Teil der Beantragungen im Verfahren. Auf vielen Ebenen besteht weiterhin Klärungsbedarf, z.B. im Rahmen von Familienzusammenführungen, den „Dublin-Fällen“ und dem (rechtlichen) Umgang mit besonders vulnerablen Personengruppen. Hier stehen Verantwortliche in Behörden und Unterstützungssystemen gleichermaßen vor besonderer Herausforderung und in besonderer Verantwortung gegenüber den Schutzsuchenden.

Zur Unterstützung in diesen Verfahren bietet netcoops modulare Bausteine zur Teilnahme an:

  • eine Fortbildungsreihe zu aktuellen asylrelevanten Themen Online und in Präsenz,
  • Austauschtreffen mit europäischen Partnerbehörden in vier Ländern und eine
  • nationale Fachtagung mit Expert*innen im Bereich Asyl.

Die Module können einzeln und auch kombiniert in Anspruch genommen werden.

Ziel der Fortbildung ist der Erwerb von relevantem Wissen für das Verfahrensmanagement und die besonderen Belange der Asylsuchenden sowie die Ermöglichung eines (europäischen) kollegialen Dialogs zur Bewältigung dieser oft schwierigen Aufgabe. Bei den europäischen Kooperationstreffen kann zusätzlich über den Tellerrand geschaut werden: Der direkte Vor-Ort-Austausch mit Exkursionen dient der Erweiterung der Fachkompetenz, der europäischen Vernetzung und der Vermittlung administrativer Werkzeuge für Praktiker*innen.

Modul 1: Fortbildungsreihe für Asylverfahrens­beteiligte

Achtteilige Fortbildungsreihe zu asylverfahrensrelevanten Themen, darin:

  • 6 Online-Termine ganztägig im virtuellen Klassenzimmer
  • 2 ganztägige Präsenzveranstaltungen im Raum Dortmund*

Die Inhalte werden praxisorientiert von Referent*innen mit entsprechender Expertise vermittelt und nach Absprache auf die konkreten Bedarfe der Teilnehmenden zugeschnitten.

Es kann ein Zertifikat durch die Teilnahme an einem Multiple- Choice-Test erworben werden.

Mögliche Fortbildungsinhalte:

  • „Forced Migration“: Flucht-Ursachen, Auswirkungen und Folgen
  • Vulnerable Gruppen im Asylverfahren (UN- und EU-Richt­linien und ihre Umsetzung)
  • Psychische Erkrankung/Behinderung von Geflüchteten und die Folgen
  • Kultur- und Religionreligionsspezifische und herkunftsbezogene Einflüsse und Faktoren
  • Besonderheiten bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen/Ausländern
  • Sucht und Flucht
  • aktuelle Informationen zu Herkunftsländern Asylsuchender
  • Europäische Länder/Transitstaaten (Aufnahme, Rechtslage, Verfahrensablauf)
  • Herausforderungen für die Praxis (Unterbringung, Umgang mit vulnerablen/ethnischen Gruppen, Kommunikation und Sprachmittlung)

Termine: voraussichtlich ab Juni 2021 im monatlichen/zwei­monatlichen Rhythmus

Modul 2: Europäische Kooperationstreffen

Es finden vier Kooperationstreffen zwischen Deutschland und Partnerbehörden dreier weiterer Länder mit hohen Einreisezahlen (als Transit- oder Verbleibeländer) statt. Voraussichtlich sind dies Italien, Griechenland, Spanien oder ein osteuropäischer Hotspot – je nach aktueller Situation.

Bei den Treffen wird Simultan- und Konsekutiv­übersetzung entsprechend bereitgestellt. Englischkenntnisse sind von Vorteil.

Der Rahmen:

  • jeweils fünftägige Kooperationstreffen mit Seminaren zu Asylfragen und Verfahren des jeweiligen Besuchslandes
  • Fachinputs und Vorstellung von best-practise Verfahren mit direktem kollegialem Austausch
  • Vor-Ort-Exkursionen zur psychosozialen Situation Geflüchteter und zum Hilfesystem
  • ein multinationales Abschlussforum in Deutschland mit Beteiligten der vorherigen Kooperationstreffen

Das Ziel:

  • Kooperation und Vernetzung Asylverfahrensbeteiligter
  • Entwicklung von Transferstrategien für den Arbeitsalltag
  • Wissenserweiterung und interkulturelle Sensibilisierung

Termine Modul 2: die  Kooperationstreffen werden  je nach Lage  der Entwicklung der Pandemie im 2. Halbjahr 2021 und/oder im ersten Halbjahr 2022 stattfinden. Interessensbekundungen nehmen wir schon jetzt gerne auf.

Modul 3: Nationale Fachtagung

Der EU-Asyl- und Migrationspakt – Status quo und Folgen

Die Fachtagung mit Inputs und Workshops wird Erfahrungen mit dem Pakt in den Blick nehmen und eine kritische Bilanz ziehen, besonders bezüglich der Konsequenzen für Geflüchtete:

  • Umverteilung in der EU/neue Schlüssel,
  • Grenzverfahren, Neuregelungen Dublin,
  • Seenotrettung und Zusammenarbeit mit NGO,
  • Einhaltung der Grund- und Menschenrechte.

Fachtagung Termin: voraussichtlich Januar 2022 in Dortmund*

 

Hinweise im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie

Alle Veranstaltungen werden zum konkreten Zeitpunkt der Durchführung ggf. modifiziert ausschließlich als Online-Fortbildung bzw. Online-Konferenzen (Modul 2 und 3) durchgeführt.

 

Die Kosten

Die Tagungen und Seminare sind kostenfrei, bei den Kooperationstreffen ist ein geringer Eigenanteil erforderlich. Wir empfehlen eine frühzeitige Beantragung von Fortbildungszuschüssen in Ihren Dienststellen.

Der Projektträger

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. arbeitet seit über 30 Jahren in der internationalen Jugend- und Erwachsenenbildung und in der politischen Bildung. Wir sind Mitglied im Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e.V. und darüber nach dem Gütesiegel Weiterbildung NRW zertifiziert.

Projektdauer und Verfahren

Unser Projekt läuft bis zum 30.09.2022. Für Ihre Anfrage schicken Sie uns bitte eine kurze Mail mit Ihrem Wunsch und Ihren Kontaktdaten.

Maximale Teilnehmendenzahlen:

  • an Fortbildungen und Kooperationstreffen 10–15 Personen
  • an der Tagung 60 Personen

Nähere Informationen zu den Reisezielen und Terminen erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt.